Im Kampf gegen die Plage des Buchsbaumzünslers gibt es offenbar Grund zur Hoffnung. Der Naturschutzbund Nabu berichtet, dass sich natürliche Feinde des ostasiatischen Kleinschmetterlings entwickeln. Die Raupen des Buchsbaumzünslers sind seit fast zwei Jahrzehnten in Deutschland auf dem Vormarsch und haben Buchsbaumliebhabern große Sorgen bereitet. Doch nun zeichnet sich eine positive Entwicklung ab.
Neue Fressfeinde entdeckt
Laut Aniela Arnold vom Nabu wird das Problem kleiner. Sie erklärt: „So haben etwa Haussperlinge, Kohlmeisen und Wespen die proteinreichen Raupen als Nahrungsquelle entdeckt.“ Diese heimischen Tiere spezialisieren sich zunehmend auf den Schädling und tragen so zur natürlichen Bekämpfung bei. Der Buchsbaumzünsler stammt ursprünglich aus Ostasien und befällt vor allem Buchsbäume, die durch den Fraß der Raupen stark geschädigt werden und sogar absterben können.
Aktivitätszeit und Verbreitung
Die Raupen sind meist von Anfang April bis Oktober aktiv. Jedes Jahr entwickeln sich zwei bis vier neue Generationen, abhängig von den Temperaturen. Die Insekten leben in Parkanlagen, Schlossgärten, Kleingärten und auch in freier Natur, wo sie ganze Buchsbaumwälder befallen können. Bislang gab es kaum Fressfeinde, doch das ändert sich nun.
Meisen als gezielte Helfer
Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau bestätigt: „Seitdem sich die heimische Tierwelt auf den Buchsbaumzünsler spezialisiert hat, nimmt der Befall an Buchsbäumen deutlich ab.“ Besonders in Baden-Württemberg setzt man auf die Meise als natürlichen Feind. Die Staatlichen Schlösser und Gärten fördern gezielt das Meisenvorkommen, wie ein Sprecher mitteilt. Diese Maßnahme soll helfen, die Zünslerpopulation einzudämmen.
Bedeutung des Buchsbaums
Nabu-Expertin Arnold betont, dass natürliche Feinde für den Zünsler eine gute Nachricht sind. Der Buchsbaum sei nicht nur optisch ansprechend, sondern auch als Nahrungsquelle für verschiedene Insektenarten wichtig. In den letzten Jahren hatte die Nachfrage nach Buchsbaum aufgrund der Zünsler-Bedrohung abgenommen. Selbst in historischen Gärten und Parks wird der gut formbare Buchsbaum zunehmend durch andere Gehölze ersetzt.
Wer einen Befall frühzeitig erkennt, kann die Pflanzen oft noch retten. Durch die Förderung natürlicher Feinde wie Meisen und Wespen könnte sich die Situation langfristig verbessern. Der Nabu sieht darin einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den invasiven Schädling.



