PCK-Raffinerie in Schwedt: US-Sanktionen bedrohen über 1.200 Arbeitsplätze in akuter Weise
PCK-Raffinerie: US-Sanktionen gefährden 1.200 Jobs

PCK-Raffinerie in Schwedt vor existenzieller Bedrohung durch US-Sanktionen

Die traditionsreiche PCK-Raffinerie in Schwedt an der deutsch-polnischen Grenze kämpft erneut um ihr wirtschaftliches Überleben. Nach den bereits bestehenden Herausforderungen durch frühere Sanktionen und Importverbote drohen nun US-Sanktionen gegen den russischen Ölkonzern Rosneft, der 54 Prozent der Anteile an der Raffinerie hält, die Situation dramatisch zu verschärfen. Über 1.200 Arbeitsplätze sind in akuter Gefahr, während die Task Force der Landesregierung Brandenburg am Montag zu einer dringlichen Sitzung zusammenkommt.

Existenzbedrohung durch auslaufende Ausnahmegenehmigung

Die PCK-Raffinerie erhielt zwar im Oktober vergangenen Jahres eine Ausnahmegenehmigung von den US-Sanktionen, doch diese läuft am 29. April aus. „Mit der im April drohenden Vollsanktionierung besteht eine dramatische Situation für den Standort und die Arbeitsplätze“, warnt Christian Görke, Bundestagsabgeordneter aus Brandenburg. „Schon jetzt sind alle Verträge der PCK für die Zukunft gefährdet. Es braucht also sehr schnelle Entscheidungen“, betont er mit Blick auf die Task-Force-Sitzung.

Ein Insider des Unternehmens beschreibt die Lage als beispiellos: „So schwierig wie jetzt war es noch nie“. Die Raffinerie, die bereits zu DDR-Zeiten eine bedeutende Rolle spielte, ist für die Treibstoffversorgung in großen Teilen Ostdeutschlands und Berlins nahezu unersetzlich. Die geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten haben das traditionsreiche Unternehmen in eine prekäre Position gebracht.

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Forderungen nach staatlichem Eingreifen und Verstaatlichung

Christian Görke, ehemaliger Finanzminister Brandenburgs, fordert entschlossenes Handeln: „Die Task Force muss endlich beweisen, dass sie mehr ist als eine Plauderrunde“. Er drängt auf die unverzügliche Verstaatlichung der Rosneft-Anteile an der PCK, die er als alternativlos bezeichnet. „Das Land Brandenburg täte richtig daran, angesichts der Hängepartie des Bundes ein aktives Handeln einzufordern“, so Görke.

Der Politiker der Linksfraktion weist darauf hin, dass das Land Brandenburg bereits seit längerer Zeit die Möglichkeit habe, die Shell-Anteile an der Raffinerie zu einem günstigen Preis zu übernehmen – ein Vorschlag, der von CDU-Landrätin Karina Dörk aus der Uckermark unterstützt wird. „Das würde nicht nur die Situation stabilisieren, sondern wäre eine klare Botschaft in Richtung USA“, argumentiert Görke. Er warnt zudem vor US-Hedgefonds, die bereits bereitstünden, die PCK aufzukaufen und auszuschlachten.

Historischer Hintergrund und aktuelle Entwicklungen

Die PCK-Raffinerie hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Krisen durchlebt:

  • Die Sanktionen gegen Russland nach dem Überfall auf die Ukraine
  • Das Importverbot für russisches Öl durch die damalige Ampelregierung
  • Die Unterstellung der Rosneft-Anteile unter Treuhandverwaltung im September 2022

Die Treuhandverwaltung wurde bisher sechsmal halbjährlich verlängert. Zwar hat die aktuelle Bundesregierung mit einer Novelle des Außenwirtschaftsgesetzes die Treuhand vor kurzem auf neue Füße gestellt, doch ob diese Maßnahmen ausreichen, um die drohenden US-Sanktionen abzuwenden, bleibt ungewiss. Die nächsten Tage und Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft der Raffinerie und ihrer Beschäftigten.

Görke warnt eindringlich vor weiteren Fehlschlägen: „Noch eine Pleite im Zusammenhang mit dem Verkauf der Shell-Anteile wie zuvor im Fall von Prax und Alcmene können wir uns nicht leisten“. Die PCK-Raffinerie steht somit an einem kritischen Wendepunkt, der nicht nur die regionale Wirtschaft der Uckermark, sondern auch die Energieversorgung in Ostdeutschland nachhaltig beeinflussen könnte.

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