Für viele Schweriner gehört der Gang zur Postfiliale am Marienplatz zum Alltag – sei es für Bankgeschäfte oder zum Paketversand. Doch ab Mitte Juni ändert sich dort Entscheidendes. Die Filiale bleibt zwar bestehen, verliert jedoch einen zentralen Service. Was das konkret bedeutet und welche Alternativen es gibt, sorgt aktuell für Gesprächsstoff in der Landeshauptstadt.
Am Marienplatz: Post-Angebot fällt weg
Die Postbank-Filiale am Marienplatz 11 wird ab dem 16. Juni neu ausgerichtet. Künftig handelt es sich um eine sogenannte Beratungsfiliale, in der nur noch Finanzdienstleistungen angeboten werden. Post- und Paketservices entfallen vollständig. „Unsere Filiale dort schließt nicht. Wir betreiben sie künftig als ,Beratungsfiliale' weiter“, erklärt ein Sprecher der Postbank.
Hintergrund ist eine bundesweite Umstellung: In rund 120 Standorten konzentriert sich die Postbank stärker auf ihr Kerngeschäft als Bank. Beratung vor Ort wird dabei mit digitalen Angeboten kombiniert. Klassische Postdienstleistungen werden ausgelagert. „Ab dem 16. Juni bieten wir dort deshalb keine Postdienstleistungen mehr an“, so der Sprecher.
Pakete verschicken: Diese Alternativen gibt es in Schwerin
Für Post-Kunden bedeutet das: Briefe und Pakete müssen künftig an anderen Standorten abgegeben werden. In Schwerin übernehmen das unter anderem Partnerfilialen in der Lübecker Straße und in der Mecklenburgstraße, die teils längere Öffnungszeiten bieten. Zusätzlich gibt es in der Innenstadt zahlreiche DHL-Annahmestellen, die den Wegfall am Marienplatz abfedern.
Neben diesen Angeboten gibt es mit Nordkurier Brief und Paket eine weitere Alternative, die besonders im regionalen Versand häufig günstiger ist als klassische Postangebote.
Nur noch Beratung: Das ändert sich in der Postbankfiliale
Die Filiale am Marienplatz bleibt dennoch ein wichtiger Anlaufpunkt für Bankgeschäfte. Geldautomaten, Service-Terminals und persönliche Beratung stehen weiterhin zur Verfügung. Gleichzeitig setzt die Postbank stärker auf digitale Angebote. Mitarbeiter unterstützen als „Digital Coaches“ bei Fragen rund um Online-Banking und mobile Anwendungen. Im Zuge der Umstellung wird die Filiale ab Herbst modernisiert. Geplant sind ein neuer Servicepoint sowie eine sogenannte Postbank Lounge, die Raum für Beratung und Informationsangebote schaffen soll.
Die Filiale ist künftig – wie bei Banken üblich – nur noch wochentags geöffnet, klassische Ein- und Auszahlungen am Schalter werden nicht mehr angeboten. Der Selbstbedienungsbereich mit Geldautomaten bleibt jedoch weiterhin zugänglich. Auch beim Bargeld bleibt die Versorgung gesichert, wenn auch mit veränderten Abläufen. Neben den Automaten der Postbank können Kunden weiterhin das Netzwerk der Cash Group nutzen, zu dem unter anderem die Deutsche Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank gehören.
Stadt kritisiert Schließung der Hauptpost am Marienplatz
In der Stadtverwaltung kommt dieser Schritt jedoch nicht gut an. Die Deutsche Post hat ihr Filialnetz in der Landeshauptstadt in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt ausgedünnt, nun schließt auch die Hauptpost am Marienplatz, heißt es dazu aus dem Rathaus. Bernd Nottebaum, stellvertretender Oberbürgermeister, geht sogar noch weiter und forderte die Post nun seinerseits in einem Schreiben auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken.
„Hier wird die Grundversorgung durch den Universaldienstleister abgewickelt und auf private Partner übertragen“, kritisiert Nottebaum. Die Post gehöre zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Bei allem Verständnis für Modernisierungserfordernisse und notwendige unternehmerische Anpassungen bedeute diese Schließung weit mehr als das bloße Einstellen von Leistungen.



