Grünen-Fraktionschefin Schulze attackiert Söder: Politik als Ego-Trip und Auspuffe statt Kruzifixe
Beim politischen Aschermittwoch ihrer Partei in Landshut hat Bayerns Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze Ministerpräsident Markus Söder (CSU) scharf kritisiert. In einer mit Spott und Ironie gespickten Rede warf sie dem CSU-Chef mangelnden Einsatz für andere vor und attackierte seine Wirtschaftspolitik als rückwärtsgewandt.
Schulze im Dirndl und guter Laune
Katharina Schulze erschien beim politischen Aschermittwoch der Grünen in Landshut gut gelaunt im traditionellen Dirndl. Doch hinter der fröhlichen Fassade verbarg sich eine scharfe politische Botschaft. Die Fraktionschefin nutzte die Bühne, um ihren Kontrahenten Markus Söder frontal anzugreifen.
Vorwurf des Ego-Trips
"Markus Söder arbeitet weiterhin nur für Markus Söder und das leider in Vollzeit", sagte Schulze vor den Parteimitgliedern. Sie spitzte ihre Kritik noch zu: "Manchmal habe man das Gefühl, auf der Tagesordnung des Kabinetts im Landtag stünden immer genau zwei Punkte: Erstens: Nützt es was dem Maggus? Und zweitens: Was gibt es danach zu essen?"
Mit diesen Worten unterstellte Schulze dem Ministerpräsidenten, seine Politik primär auf persönliche Vorteile und nicht auf das Gemeinwohl auszurichten. Die Anspielung auf den Spitznamen "Maggus" für Söder verstärkte den persönlichen Charakter der Attacke.
Kritik an der Wirtschaftspolitik
Besonders hart ging Schulze mit der Wirtschaftspolitik der CSU ins Gericht. Sie warf Söder vor, Verbrenner-Autos "wie ein Heiligtum" zu behandeln und sie zu verteidigen, als hätte er sie selbst erfunden. "Wenn das so weitergeht, ihr Lieben, wird er irgendwann die Kruzifixe aus den Amtsstuben wieder abhängen und Auspuffrohre anhängen lassen", spottete die Grünen-Politikerin.
Diese metaphorische Aussage zielte darauf ab, Söders vermeintliche Prioritätenverschiebung von traditionellen Werten hin zur Verteidigung veralteter Technologien zu karikieren. Schulze positionierte sich damit klar als Verfechterin einer modernen, umweltfreundlichen Wirtschaftspolitik.
Kontext des politischen Aschermittwochs
Der politische Aschermittwoch ist eine traditionelle Veranstaltung in der bayerischen Politik, bei der Parteien ihre Gegner mit scharfer Rhetorik attackieren dürfen. Schulze nutzte diese Gelegenheit geschickt, um die Unterschiede zwischen Grünen und CSU in der Landespolitik herauszuarbeiten. Ihre Kritik fokussierte sich auf:
- Die angeblich egozentrische Politik von Markus Söder
- Die rückwärtsgewandte Haltung der CSU in der Verkehrspolitik
- Die Priorisierung persönlicher Interessen über Gemeinwohl
Die Rede der Grünen-Fraktionschefin markiert einen weiteren Höhepunkt im scharfen Ton zwischen den beiden großen bayerischen Oppositionsparteien. Während Söder traditionell für seine polemischen Angriffe auf die Grünen bekannt ist, konterte Schulze mit ähnlich scharfer Rhetorik und persönlichen Anspielungen.
Die Veranstaltung fand am 18. Februar 2026 in Landshut statt und zog zahlreiche Medienvertreter an. Schulzes Auftritt im Dirndl unterstrich bewusst ihre bayerische Verwurzelung, während ihre inhaltliche Kritik die politischen Gräben zur CSU betonte.



