Demmins tragische Geschichte: Filme von Hans Jürgen Syberberg am 8. Mai
Syberberg-Filme: Demmins Tragödie doppelt sichtbar

Am 8. Mai wird der Filmemacher Hans Jürgen Syberberg gleich an zwei Orten seine Werke präsentieren, die sich mit der tragischen Geschichte Demmins befassen. Die Filme „Demminer Gesänge“ und „Nachtgesang“ thematisieren die Zerstörung der Hansestadt im Jahr 1945 und den Massensuizid, bei dem Tausende Menschen in den Tod gingen.

Requiem für das alte Demmin

Der Film „Demminer Gesänge“ erinnert an den Untergang der Stadt im Feuer 1945 und an die Projekte, mit denen Syberberg versuchte, das Verlorene sichtbar zu machen. „Nachtgesang“ ist ein ergreifendes Requiem, das das Totenbuch von Demmin in den Mittelpunkt rückt. Dieses Buch entstand nach Kriegsende, als die Leichen ganzer Familien in den Flüssen trieben und viele Menschen von den Bäumen geborgen werden mussten.

Syberbergs Filme verweisen auf das schreckliche Geschehen vor 81 Jahren, als nach dem Einmarsch der Roten Armee am 30. April 1945 das alte Demmin in Flammen aufging. Die Menschen in der Region gingen zu Tausenden in den Tod, weil ihnen kein anderer Ausweg mehr möglich erschien. Die Filme stehen aber auch für die Suche nach einer angemessenen Form des Gedenkens an die Zerstörung der Stadt und die vielen Toten.

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Vorführungen in Landsdorf und Nossendorf

In Landsdorf bei Tribsees werden die Filme im Gutshaus gezeigt. Ab 16 Uhr sind Gutspark und Kornspeicher mit Café geöffnet. Um 17 Uhr gibt es eine kurze Einführung von Hans Jürgen Syberberg, danach startet die Filmvorführung. Sie wird etwa sechs Stunden dauern, mit zwei Pausen gegen 19 Uhr und 21 Uhr. Es ist jedoch nicht erforderlich, die gesamte Zeit anwesend zu sein, so David C. Schäfer, der das Gutshaus betreibt: „Es kann später eingetroffen werden, und es bleibt Raum für Austausch und Gespräche.“

Auch in Nossendorf werden die Filme gezeigt, ebenfalls ab 17 Uhr in der Scheune von Syberbergs Gutshaus. Die Besucher sind dort umgeben von den Prospekten, mit denen 2015 am Demminer Markt die historischen Fassaden vor 1945 markiert wurden – ein Versuch, den verlorenen Stadtraum sichtbar zu machen. Der Eintritt ist bei beiden Veranstaltungen frei, Spenden sind willkommen zugunsten des Vereins „Freunde der Kirche in Nossendorf, Kunst und Natur“.

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