München verabschiedete sich am Samstag von einer der größten Schauspiellegenden Deutschlands: Mario Adorf. In der St. Michael Kirche in der Münchner Innenstadt fand eine bewegende Trauerfeier statt, zu der nur geladene Gäste Zugang hatten. Rund 200 Menschen kamen, um dem im Alter von 95 Jahren verstorbenen Schauspieler die letzte Ehre zu erweisen. Die Atmosphäre war von tiefer Trauer und Verbundenheit geprägt.
Emotionaler Abschied in der Jesuitenkirche
Bereits vor Beginn der Zeremonie lag eine besondere Stimmung in der Luft. Wegbegleiter, Freunde und prominente Gäste trafen sichtlich bewegt ein. Viele von ihnen verbanden jahrzehntelange Erinnerungen mit Adorf – auf der Bühne, vor der Kamera und im privaten Leben. In der Kirche selbst wurde es schließlich still: In einer sehr persönlichen und emotionalen Zeremonie wurde an das außergewöhnliche Leben und Wirken des Schauspielers erinnert. Auch Adorfs Ehefrau Monique (81) war gekommen. Die beiden lernten sich 1968 über Schauspielerin Brigitte Bardot kennen und lieben und heirateten noch im selben Jahr. Ebenfalls anwesend war Tochter Stella Adorf (62).
München – Adorfs Herzensstadt
München lag Adorf besonders am Herzen. An den Kammerspielen begann in den Fünfzigern seine Weltkarriere. Gemeinsam mit seiner Frau lebte er zeitweise in der Stadt und besaß in Schwabing ein großzügiges Apartment. München war für ihn weit mehr als nur eine Station – es war ein Zuhause.
Prominente Weggefährten
Unter den Trauergästen befanden sich zahlreiche bekannte Gesichter aus Film, Fernsehen und Kultur. Viele kamen, um einem Weggefährten die letzte Ehre zu erweisen – und um sich gemeinsam zu erinnern. Darunter: Tochter Stella Maria Adorf, Uschi Glas, Senta Berger, Dominik Elstner (Sohn von Hannelore Elsner), Günther Netzer, Veronica Ferres, David Dietl und Michael Graeter. Veronica Ferres lernte Adorf beim Dreh der Kult-Komödie „Rossini“ kennen und nennt ihn den „warmherzigsten Menschen“.
Empfang im Bayerischen Hof
Nach der Zeremonie zog es die Gesellschaft mit einem schwarzen Shuttle-Bus weiter in den Bayerischen Hof, wo ein Empfang im Dachgarten-Restaurant stattfand. In ruhiger Atmosphäre, hoch über den Dächern Münchens, bei Sonnenschein und 24 Grad, wurde gemeinsam des Schauspielers gedacht. Dieser Ort trägt TV-Erinnerung in sich: Hier entstanden in den Achtzigern Szenen der Kultserie „Kir Royal“, in der Adorf als schillernder Kleberfabrikant „Heinrich Haffenloher“ am Pool des Luxushotels brillierte.
Letzte Ruhe in Saint-Tropez
Auch wenn München für Mario Adorf eine wichtige Rolle spielte, wird seine letzte Ruhestätte in Frankreich liegen. Der Schauspieler wurde bereits eingeäschert. Seine Beisetzung soll in den kommenden Wochen im engsten Familienkreis auf dem Cimetière marin de Saint-Tropez erfolgen – mit Blick auf das Mittelmeer. Saint-Tropez war für Adorf und seine Frau Monique ein ganz besonderer Ort. Dort verbrachten sie viele gemeinsame Sommer, fernab des Rampenlichts.
Mario Adorfs Vermächtnis
Mit Mario Adorf verliert die Filmwelt eine prägende Persönlichkeit. Er hinterlässt seine Ehefrau Monique, Tochter Stella (62) sowie Enkel Julius (22). Stella stammt aus einer früheren Beziehung mit der Schauspielerin Lis Verhoeven. Adorfs Filme wie „Winnetou“, „Die Blechtrommel“, „Der große Bellheim“ und „Kir Royal“ bleiben unvergessen.



