In Berlin und Brandenburg kommen deutlich weniger Babys per Kaiserschnitt zur Welt als im Bundesdurchschnitt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag der Anteil der Kaiserschnitte an allen Klinikgeburten im Jahr 2024 in Brandenburg bei 27,6 Prozent und in Berlin bei 29,9 Prozent. Damit gehören beide Länder zu den Regionen mit den niedrigsten Kaiserschnittraten in Deutschland. Nur Sachsen schnitt mit 27,4 Prozent noch etwas besser ab.
Bundesschnitt steigt auf Höchstwert seit Wiedervereinigung
Im bundesweiten Durchschnitt entbanden 2024 rund 33 Prozent der Frauen per Kaiserschnitt. Dies ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Insgesamt brachten 654.600 Frauen in deutschen Krankenhäusern ihr Kind zur Welt, davon 215.900 per Kaiserschnitt. Seit 1991 hat sich die Kaiserschnittrate damit mehr als verdoppelt: Damals lag sie bei nur 15 Prozent.
Große regionale Unterschiede in der Geburtshilfe
Die Statistiker betonten, dass es in Deutschland große regionale Unterschiede in der Geburtshilfe gebe. Die höchste Kaiserschnittrate verzeichnete Hamburg mit 36,4 Prozent, gefolgt vom Saarland mit 35,9 Prozent und Hessen mit 35,6 Prozent. Diese Unterschiede sind auf verschiedene Faktoren wie die Krankenhausstruktur, die Altersstruktur der Mütter und medizinische Traditionen zurückzuführen.
Natürliche Geburt und andere Methoden
Neben dem Kaiserschnitt gibt es weitere Methoden der Geburtshilfe. Im Jahr 2024 wurde bei 6,7 Prozent der Entbindungen eine Saugglocke eingesetzt, bei 0,2 Prozent eine Geburtszange. 60,1 Prozent der Frauen im Krankenhaus entbanden auf natürlichem Weg. Diese Zahlen zeigen, dass die natürliche Geburt weiterhin die häufigste Entbindungsmethode ist.
Medizinische Notwendigkeit und Risikoabwägung
Laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sind etwa zehn Prozent aller Kaiserschnitte zwingend erforderlich, um das Leben von Mutter und Kind zu retten. Zu den Gründen zählen eine Querlage des Kindes, eine Schwangerschaftsvergiftung oder ein Riss der Gebärmutter. Die übrigen 90 Prozent der Kaiserschnitte erfolgen aufgrund einer Abwägung der Geburtsrisiken für Mutter und Kind. Häufige Indikationen sind etwa auffällige kindliche Herztöne oder ein fehlender Geburtsfortschritt.
Anlässlich des Internationalen Hebammentags am 5. Mai wies das Statistische Bundesamt auf die Bedeutung der Hebammen in der Geburtshilfe hin. Sie unterstützen Frauen während der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett und tragen dazu bei, die Kaiserschnittrate niedrig zu halten.



