Der kleine Ort Zweedorf ist schon seit dem Jahr 2002 ein fester Bestandteil in der Erlebnisvermittlung des Mittelalters. Hier kommen Hobbys und Lehrreiches zusammen. Beim Heerlager in Zweedorf waren Szenen aus dem Mittelalter einmal live und in Farbe zu erleben. Glühende Kohlen in der Esse einer Schmiede, fliegende Pfeile und Menschen in Gewändern, die so eher nicht in den Einkaufstraßen der Republik getragen werden: Das alles war für drei bunte Tage im kleinen Ort Zweedorf zu erleben. Seit 2002 findet hier alle zwei Jahre ein mittelalterliches Heerlager statt. Und in diesem Jahr ertönte für Wikinger und Rus, Schmiede und Bogenschützen wieder der Ruf in den westlichen Grenzort von MV.
Das Heerlager gibt es bereits seit über 20 Jahren
„Das entstand damals zur 750-Jahr-Feier“, erinnert sich Andreas Ulrich. So lange begleitet es auch schon das Spektakel, wobei er vor allem auf die große Initiative verweist, die Frank von Domarus für das Event an den Tag gelegt hat. Dank dieser Hingabe für die Sache ist das Heerlager in Zweedorf zu einer solchen Tradition für die Organisatoren und für seine Gäste geworden und lockt noch heute Mittelalter-Fans aus ganz Deutschland an.
Toni und Flo gehören zu ihnen. Beide sind am Mittag ihres zweiten Heerlagertages gerade damit beschäftigt, sich im Kampf Mann gegen Mann etwas zu schulen. Flo ist aus der Nähe von Ludwigslust nach Zweedorf gekommen und verkörpert dabei einen Krieger vom Volke der Rus, das im Osten, in der Ukraine und Russland verortet werden kann. Sein Gegenüber Toni ist aus der Nähe von Magdeburg gekommen und stellt einen Wikinger-Krieger dar, der auch im schleswig-holsteinischen Haithabu gelebt haben könnte.
Für die einen ist es Hobby, für die anderen ein Blick ins Mittelalter
Für beide sind solche Treffen wie in Zweedorf einfach ein tolles Hobby. Sie freuen sich aber auch immer wieder über neugierige Gäste. Ihnen vermittele man gerne etwas Wissen über das dunkle Mittelalter, das in Wirklichkeit gar nicht so dunkel war. Auch hierfür seien Events wie das Heerlager in Zweedorf oder das Burgfest in Neustadt-Glewe eine passende Adresse. Hinsichtlich der Kämpfe, in die sie sich dabei ebenso manchmal werfen, verraten sie noch, dass blaue Flecken schon dazu gehören, die Regeln aber doch klar abgesteckt sind.
Im Mittelalter gab es die unterschiedlichsten Pfeile
Die 12-jährige Lotte, die sich das Treiben in Zweedorf einmal angeschaut hat, findet das interessant. Vor allem die unterschiedlichen Pfeilspitzen, vom Brandpfeil über den Pfeil zum Fischen oder den stumpfen Pfeil für die Jagd der einfachen Bevölkerung auf Niederwild, die ihr spontan von Bogenschützen erklärt werden, hat sie so nicht erwartet. Dementsprechend schlauer hat sie Zweedorf mit seinem Heerlager aus einer längst vergangenen Zeit nach ihrem Besuch auch verlassen.



