Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist der neue dienstälteste Regierungschef der deutschen Bundesländer. Er löst damit Winfried Kretschmann (Grüne) ab, der nach 15 Jahren im Amt als baden-württembergischer Ministerpräsident zurückgetreten ist. Am 13. Mai 2026 wählte der Landtag in Stuttgart Cem Özdemir zu Kretschmanns Nachfolger. Für Woidke bedeutet dies einen weiteren Meilenstein in seiner politischen Laufbahn.
Vom vierten Platz an die Spitze
Der 64-jährige SPD-Politiker wurde am 28. August 2013 zum Ministerpräsidenten von Brandenburg gewählt, als Nachfolger von Matthias Platzeck. Kretschmann hingegen war seit dem 12. Mai 2011 im Amt. Noch im vergangenen Jahr belegte Woidke den vierten Rang auf der Liste der dienstältesten Regierungschefs. Doch durch die Abgänge von Niedersachsens Stephan Weil und Sachsen-Anhalts Reiner Haseloff rückte er kontinuierlich auf. Nun führt er die Liste an.
Eine Karriere in Brandenburg
Woidke, Diplomagraringenieur, begann seine politische Karriere 1994 als Landtagsabgeordneter in Brandenburg. Später übernahm er die Ämter des Umwelt- und Agrarministers, wurde Fraktionsvorsitzender der SPD und schließlich Innenminister, bevor er 2013 das Amt des Ministerpräsidenten antrat. Er wurde 2014, 2019 und 2024 wiedergewählt. Sein größter Erfolg war die Ansiedlung von Tesla in Grünheide, während er die Absage der Kreisgebietsreform als seine schwerste politische Entscheidung bezeichnete.
Woidkes Zukunft und die Nachfolger
Im Februar 2026 deutete Woidke an, bei der nächsten Landtagswahl 2029 erneut antreten zu wollen. Er verwies auf Kretschmanns Alter und sagte: „Ich will eigentlich nicht unbedingt bis über 70 arbeiten, aber wie gesagt: Sag niemals nie.“ Auf der Liste der dienstältesten Regierungschefs folgen nun Daniel Günther (CDU, Schleswig-Holstein, seit Juni 2017) und Manuela Schwesig (SPD, Mecklenburg-Vorpommern, seit Juli 2017).



