TÜV-Report: Jedes achte Röntgengerät in Deutschland mangelhaft
TÜV: Jedes achte Röntgengerät hat Mängel

Berlin – Jedes achte Röntgengerät in Deutschland weist Mängel auf. Das geht aus dem neuen „TÜV Röntgenreport 2026“ hervor, den der TÜV-Verband am Mittwoch veröffentlichte. Demnach stieg die Mängelquote im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht von 12 auf 13 Prozent an. Bei der Überprüfung von mehr als 15.000 Röntgengeräten stellten die TÜV-Experten bei rund 2.000 Geräten Mängel fest. Besonders besorgniserregend: Etwa jeder sechste festgestellte Mangel (17 Prozent) wurde als „schwerwiegend“ eingestuft.

Schwerwiegende Mängel: Hohe Risiken für Patienten

Zu den schwerwiegenden Mängeln zählen unter anderem Defekte, die das Patientenrisiko erheblich erhöhen – etwa durch eine zu hohe Strahlendosis oder unzureichende Bildqualität. „Schwerwiegende Mängel schließen einen Weiterbetrieb der Anlage grundsätzlich aus, bis der Mangel behoben und das Gerät erneut geprüft wurde“, betont der TÜV-Verband. Die Prüfungen sind gesetzlich vorgeschrieben und dienen dem Schutz von Patienten und Anwendern.

Röntgen: Unverzichtbar, aber nicht risikofrei

„Röntgen ist ein unverzichtbares Werkzeug der Medizin und Technik, aber jede Aufnahme bedeutet auch eine Strahlenbelastung“, erklärte TÜV-Strahlenschutzexperte Alexander Schröer. Deshalb müssten die Geräte und ihre Anwendung besonders sorgfältig kontrolliert werden. Ein einwandfreier Strahlenschutz sei Voraussetzung für den sicheren Einsatz der Technik. Röntgen sei nur dann sinnvoll, wenn der Nutzen klar überwiege und Risiken konsequent minimiert würden. Röntgengeräte werden unter anderem in der Zahnmedizin, Humanmedizin und Tiermedizin eingesetzt. Schon kleine Fehler könnten die Aussagekraft der Röntgenbilder beeinträchtigen und somit direkte Folgen für die Behandlung haben. „In der Human- und Dentalmedizin ist eine verlässliche Diagnose nur anhand technisch einwandfreier Bilder möglich“, so Schröer.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Mängelquote auf relevantem Niveau stabilisiert

Insgesamt hat sich die Mängelquote laut Bericht in den vergangenen Jahren zwar verbessert, aber zuletzt auf einem relevanten Niveau eingependelt. Entsprechend hoch bleibe der Handlungsbedarf, besonders beim Strahlenschutz und im Umgang mit Bildgebungssystemen, betonte der TÜV-Verband. Die Behörden und Betreiber seien gefordert, die regelmäßigen Prüfungen konsequent umzusetzen und Mängel zeitnah zu beheben.

Experte: Meiste Geräte in gutem Zustand

„Die meisten Röntgengeräte sind allgemein in einem guten Zustand“, sagte Strahlenschutzexperte Martin Fiebich von der Technischen Hochschule Mittelhessen der Deutschen Presse-Agentur. Fiebich, der dem Vorstand der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) angehört, war an der TÜV-Prüfung nicht beteiligt. Bei schwerwiegenden Mängeln müsse reagiert werden – genau dafür seien die Prüfungen da. „Die Prüfungen sorgen dafür, dass die Systeme regelmäßig gepflegt und überholt werden.“ Tendenziell sinke die Anzahl der schwerwiegenden Mängel. Bei Dentaluntersuchungen, die den größten Teil der Röntgenaufnahmen ausmachten, sei die Strahlenexposition in der Regel meist sehr gering. Bei Untersuchungen am Rumpf seien dagegen höhere Strahlenmengen erforderlich, um das dickere Gewebe zu durchdringen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration