Zweites Todesopfer nach Autounfall in Frankfurter Hafenbecken
Zweites Todesopfer nach Hafen-Unfall in Frankfurt

Frankfurt – Trauer um ein weiteres junges Leben: Knapp eine Woche nach dem mysteriösen Autounfall im Frankfurter Osthafen ist ein zweites Todesopfer zu beklagen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten, starb eine 17-jährige Jugendliche am Mittwochabend (29. April) im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen.

Bereits einen Tag nach dem Unfall war ein 18-jähriger Insasse im Krankenhaus gestorben. Der schwere Unfall ereignete sich am Freitag gegen 22.20 Uhr auf dem Gelände des Osthafens in Frankfurt. Ein voll besetzter Pkw mit fünf Jugendlichen im Alter von 17 bis 18 Jahren fuhr nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei auf das Hafenbecken zu, durchbrach ein Schutzgitter und stürzte von der etwa acht Meter hohen Kaimauer kopfüber ins Nordbecken des Mains.

Drei Jugendliche retteten sich selbst

Drei der Insassen konnten sich eigenständig aus dem untergehenden Fahrzeug befreien. Die beiden anderen mussten von Tauchern der Feuerwehr aus dem Wasser gezogen werden. Sie wurden umgehend in Krankenhäuser gebracht, wo sie um ihr Leben kämpften – vergeblich.

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Die Unfallstelle im Frankfurter Osthafen hat sich in den vergangenen Tagen zu einem stillen Ort der Trauer entwickelt. Angehörige, Freunde und Bekannte legten Blumen und Kerzen nieder. Zwischen den Grablichtern finden sich auch persönliche Gegenstände wie eine Capri-Sonne, Erdnüsse und ein Schokoladengetränk – vermutlich Lieblingssnacks des 18-jährigen Verstorbenen. Ein handgeschriebener Brief einer Lehrerin rührt viele Passanten zu Tränen: „Lieber F., ich werde Deine fröhliche Art sehr vermissen! Deine Lehrerin.“ Spaziergänger bleiben stehen und gedenken der beiden Jugendlichen.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Die Ermittlungsbehörden gehen weiterhin von einem tragischen Unfall aus. Hinweise auf ein Fremdverschulden oder ein zweites beteiligtes Fahrzeug liegen nicht vor. „Zum aktuellen Zeitpunkt liegen weder Anhaltspunkte für einen technischen Defekt noch für eine Beeinträchtigung des Fahrers durch Alkohol oder Drogen vor“, erklärten Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung laufen auf Hochtouren. Die Behörden erhoffen sich von weiteren Zeugenaussagen und einem Sachverständigengutachten „ergänzende Erkenntnisse“ zum genauen Unfallhergang.

Schule in tiefer Trauer

Die Carlo-Mierendorff-Schule in Frankfurt, eine integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, trauert um ihre beiden Schüler. Auf der Homepage der Schule heißt es: „Wir trauern um zwei Mitglieder unserer Schulgemeinde. Ein Schüler unserer Schule ist am Samstag an den Folgen eines Verkehrsunfalls verstorben. Um eine zweite Schülerin haben wir bis heute gebangt. Unsere Gedanken sind bei den Familien der beiden Verstorbenen und den zum Teil schwer verletzten Mitschülerinnen und Mitschülern.“ Die Schule hat umfangreiche Unterstützungsangebote für Schüler und Lehrer eingerichtet, die „bis auf Weiteres fortgeführt“ werden sollen.

Mit einem Kran wurde das Unfallauto aus dem Main geborgen. Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen, die den Unfall beobachtet haben oder Hinweise zum Ablauf geben können.

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