Ein Jahr Schwarz-Rot: Merz muss Kurs korrigieren
Ein Jahr Schwarz-Rot: Merz muss Kurs korrigieren

Ein Jahr Schwarz-Rot im Bund – und die Bilanz ist ernüchternd. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat mit seiner großen Koalition aus Union und SPD die Erwartungen vieler Bürger enttäuscht. Statt entschlossener Reformen dominieren kindische Streitereien und ein fatales Wild-West-Bild von Politik. Dabei hatte Merz einst angekündigt, Deutschland wieder auf Kurs zu bringen. Doch die Realität sieht anders aus: Die Regierung wirkt zerstritten, die großen Projekte stocken, und die Bevölkerung verliert das Vertrauen. In einem Leitartikel für den SPIEGEL analysiert Christoph Hickmann die Misere und zeigt auf, wie der Kanzler die Wende noch schaffen kann.

Falsche Erwartungen geweckt

Merz hatte vor der Wahl hohe Ziele formuliert: wirtschaftliche Erholung, eine strenge Migrationspolitik und eine Modernisierung der Verwaltung. Doch nach einem Jahr Regierungsarbeit ist von diesen Versprechen wenig übrig. Stattdessen streiten die Koalitionspartner öffentlich über Kleinigkeiten, während die großen Herausforderungen wie der Fachkräftemangel, die Energiewende und die Digitalisierung kaum vorankommen. Die Bürger fühlen sich alleingelassen und reagieren mit wachsendem Unmut. Umfragen zeigen, dass die Zufriedenheit mit der Regierung auf einem Tiefpunkt angelangt ist.

Drei Schritte zur Besserung

Hickmann schlägt drei konkrete Maßnahmen vor, mit denen Merz das Ruder herumreißen könnte. Erstens müsse der Kanzler klare Prioritäten setzen und sich auf wenige, aber wirkungsvolle Projekte konzentrieren. Zweitens sei eine konsequente Kommunikation nach außen nötig, um die Bürger wieder mitzunehmen. Drittens müsse Merz interne Konflikte entschlossen lösen, notfalls mit personellen Konsequenzen. Nur so könne das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Regierung wiederhergestellt werden.

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Keine Zeit für Show

Die Politik sei keine Netflix-Serie, betont Hickmann. Es gehe nicht um Unterhaltung, sondern um die Zukunft des Landes. Merz müsse jetzt liefern, sonst drohe ein weiterer Vertrauensverlust, der die Demokratie insgesamt schwäche. Die Zeit für Schönrednerei sei vorbei – jetzt zähle allein die Tatkraft.

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