Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause von den Grünen hat der CSU eine Absage erteilt und setzt stattdessen auf eine Ampelkoalition mit SPD, FDP und Freien Wählern. Die Entscheidung fiel nach intensiven Sondierungsgesprächen, in denen sich die vier potenziellen Partner auf eine gemeinsame Basis verständigten. Nun sollen offizielle Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden.
Wer sich über die Ampel freut
Besonders erfreut über diese Entwicklung zeigen sich die Freien Wähler, die erstmals in München an einer Stadtregierung beteiligt sein könnten. Auch SPD und FDP sehen in der Ampel eine Chance, ihre politischen Schwerpunkte in den Bereichen Soziales, Wirtschaft und Bildung einzubringen. Die Grünen wiederum erhoffen sich von der Koalition eine beschleunigte Umsetzung ihrer Klimaziele.
Knackpunkte der Verhandlungen
Trotz der grundsätzlichen Einigung gibt es noch mehrere Streitpunkte. Dazu gehören die Verkehrspolitik, insbesondere die Ausgestaltung der geplanten Radwege und die Zukunft des Autoverkehrs in der Innenstadt. Auch bei der Wohnungsbau- und Mietpreispolitik sowie bei der Finanzierung von Kulturprojekten liegen die Positionen teilweise weit auseinander. Die Verhandlungen werden daher als anspruchsvoll eingeschätzt.
Die CSU zeigte sich enttäuscht über die Absage und kündigte an, in der Opposition eine konstruktive, aber kritische Rolle einnehmen zu wollen. Beobachter rechnen mit einer schwierigen Mehrheitsfindung im Stadtrat, da die Ampel nur über eine knappe Mehrheit verfügt.
Für die Münchner Bürger bedeutet die neue Koalition einen politischen Kurswechsel. Erwartet werden unter anderem strengere Umweltauflagen, ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und eine stärkere Förderung von Start-ups und digitalen Innovationen. Die genauen Inhalte sollen in den kommenden Wochen ausgehandelt werden.



