Berlin – Kampfansage mit Knalleffekt! FDP-Vize Wolfgang Kubicki (74) hat sich nach seiner Kandidatur für den Parteichefposten mit dem für ihn typischen Klartext zurückgemeldet, diesmal jedoch unter der Gürtellinie. Seine rüde Attacke gegen Bundeskanzler Friedrich Merz: Er sei ein „Eierarsch“. Jetzt lieferte Kubicki in der Talkshow von Maybrit Illner (61) eine überraschende Erklärung für die ungewöhnliche Beleidigung.
Die Herkunft des Schimpfworts
Der krawallige Ausdruck stamme gar nicht von ihm selbst, sondern von einem Parteifreund, dem 2003 verstorbenen früheren Vizekanzler Jürgen Möllemann (†57). „Wie komme ich auf diesen Begriff? Das ist ein nordrhein-westfälischer, den habe ich von Jürgen Möllemann übernommen, der den 1996 erstmalig mir gegenüber benutzt hat“, erklärte Kubicki bei Illner. Der Grund für seinen Ausraster nach den schlimmen Wahlschlappen der Liberalen war eine Woche zuvor in einem Funke-Podcast mit deutlicher Ironie geschildert worden: „Und dann sah ich Friedrich Merz mit der ‚historischen‘ Erklärung ‚Die FDP ist tot‘ und alle, die früher mal FDP gewählt haben, sollten sich jetzt ins Reich der Union einfinden, und in der Sekunde habe ich gedacht, ich wiederhole das jetzt hier, weil es wirklich der Gedanke war: Du Eierarsch, dir werde ich es zeigen!“
Die Verteidigungsstrategie des FDP-Politikers
Auf Illners Frage, wie er auf dieses Schimpfwort komme, antwortete Kubicki vorsichtig: „Zunächst einmal habe ich nicht den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland beleidigt, sondern Friedrich Merz hat sich als Parteivorsitzender der CDU geäußert.“ Außerdem bezog er sich auf Daniel Günther (52, CDU). Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident hatte bei Markus Lanz (57) erklärt, sich bei einer Verbotsforderung gegen „Nius“ nur als Privatperson geäußert zu haben. Kubicki dazu: „Das macht einen großen Unterschied. Deshalb lege ich großen Wert darauf.“ Das dritte Verteidigungsargument des erfahrenen Juristen: „Außerdem habe ich nur wahrheitsgemäß gesagt, was ich gedacht habe. Ich habe das tatsächlich gedacht.“
Reaktionen und Einordnung
Kubicki betonte bei Illner: „Viele andere aus der Partei, die ich kenne, denen ging Ähnliches durch den Kopf, also andere Sachen. Aber dass das eine sehr unfeine, unschöne Bemerkung war von Friedrich Merz, ich glaube, das bestreitet keiner.“ Die Diskussion zeigte einmal mehr die angespannte Stimmung in der FDP nach den jüngsten Wahlverlusten. Kubickis Kanzlerschelte sorgt weiterhin für Gesprächsstoff in der politischen Landschaft Deutschlands.



