Martenstein an Pistorius: 108 Milliarden – nur eine Division?
Martenstein an Pistorius: 108 Milliarden – nur eine Division?

Sehr geehrter Herr Minister Pistorius,

Sie sind Verteidigungsminister und Deutschlands beliebtester Politiker. Ich habe eine Frage. Laut neuesten Zahlen hat Deutschland den vierthöchsten Militäretat der Welt. Nur die USA, China und Russland geben mehr für Streitkräfte aus. Die Bundeswehr kostet inzwischen 108 Milliarden Euro im Jahr.

Und nun der Hammer: Die Ukraine gibt weniger Geld fürs Militär aus als wir. 2025 waren es 46 Milliarden Euro. Das ist dort über die Hälfte aller Staatsausgaben, mehr geht nicht. Mit diesem winzigen Betrag führt die Ukraine, mithilfe der EU, einen Abwehrkrieg gegen eine Großmacht.

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Wir aber haben zum Preis von 108 Milliarden zurzeit nur eine einzige Division, die – angeblich – sofort einsatzbereit wäre. Eine Division sind 30.000 Soldaten. Na gut, der Papst hat noch weniger Divisionen. 30.000 Einsatzbereite für 108 Milliarden, das sind fast 4 Millionen pro Soldat.

Ich bin ja nur Laie, aber ich kriege die Frage nicht aus dem Kopf: Werfen wir womöglich ineffektiv Geld um uns? Gibt es Vetternwirtschaft? Oder war die Bundeswehr bei Beginn des Ukrainekriegs so heruntergewirtschaftet, dass man alles wegwerfen und bei null neu anfangen musste?

2021, im letzten Kanzlerjahr von Angela Merkel, hat die Bundeswehr auch schon 47 Milliarden Euro bekommen. Wissen Sie zufällig, Herr Minister, wo die jetzt sind?

Hochachtungsvoll
Harald Martenstein

Hintergrund der Bundeswehr-Ausgaben

Die Diskussion um die Effizienz der Bundeswehr ist nicht neu. Trotz steigender Budgets klagen Experten über mangelnde Einsatzbereitschaft, veraltete Ausrüstung und bürokratische Hürden. Der Ukraine-Krieg hat die Probleme verschärft, aber auch die Notwendigkeit schneller Reformen aufgezeigt.

Vergleich mit anderen Ländern

Während Deutschland 108 Milliarden Euro ausgibt, sind andere NATO-Partner wie Frankreich oder Großbritannien mit ähnlichen Summen in der Lage, mehrere Divisionen zu unterhalten. Der hohe Anteil an Personalkosten und Verwaltung in Deutschland könnte ein Grund für die geringe Schlagkraft sein.

Abschließend bleibt die Frage: Wie kann Deutschland seine Verteidigungsausgaben effizienter einsetzen, um die Sicherheit zu gewährleisten?

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