Christian Neureuther (77) wird deutlich: Beim „Sonntags-Stammtisch“ des Bayerischen Rundfunks traf die Ski-Legende am 10. Mai auf Ex-CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (65). Neureuther sprach mit ihm über ein großes Problem in der Politik – und was von FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany gelernt werden könne.
Neureuther veräppelt Laschet nach Sturz
Armin Laschet erschien mit einer gebrochenen Schulter. Der 65-Jährige hatte sich bei einem Sturz mit einem E-Scooter verletzt, wie er Gastgeber Hans Werner Kilz erklärte: „Die Schulter ist noch nicht operiert und heilt langsam vor sich hin. Das wirft einen schon aus der Bahn.“ Neureuther konnte sich einen Spruch nicht verkneifen und sagte augenzwinkernd: „Da muss man einiges an Gewicht aushalten, wenn Sie da drauf fallen.“ Der ehemalige Kanzlerkandidat quittierte die nicht ganz ernst gemeinte Spitze mit einem Lachen.
Armin Laschet: „Das ist in Berlin noch nicht angekommen“
Nach der lockeren Begrüßung wurde der Ton ernster. Politikwissenschaftlerin Ursula Münch wollte von Laschet mit Blick auf Spannungen innerhalb der Regierung wissen: „Man sollte einen Koalitionspartner nicht ständig mit einem erhobenen Zeigefinger behandeln. Wie sehen Sie das?“ Der CDU-Mann betonte, zu seiner Zeit als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen gut mit der FDP zusammengearbeitet zu haben: „Es nutzt am Ende uns allen. Das ist in Berlin noch nicht angekommen.“
Neureuther: Politiker sollen von Kompany lernen
Christian Neureuther unterstützte Laschet: „Es kommen auch noch Laschet-Zeiten. Wenn wir was aus der Ampel gelernt haben, dann, dass wir keinen Streit mehr wollen.“ Als Paradebeispiel nannte er den Grünen-Politiker Cem Özdemir, der mit ruhigem, besonnenem Umgang mit den Bürgern die Wahl in Baden-Württemberg gewonnen habe. Um seine Worte zu untermauern, brachte Neureuther ein Beispiel aus dem Sport: Vincent Kompany, Trainer beim FC Bayern, zeichne sich durch die gleichen Eigenschaften aus. „Der bildet Teams und kann die Menschen von der menschlichen Seite her mitnehmen. Das fehlt mir total.“
Ist Kompany ein gutes Vorbild für Politiker?
„Er strahlt eine große Gelassenheit und Ruhe aus, ist ein überlegter Typ mit einem klaren Plan“, schwärmte FC-Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen vergangenes Jahr im AZ-Interview. Auch Maximilian Koch, Sport-Chefreporter der AZ, bewertete Kompanys Leistung mit der Note 1: „Architekt des Erfolgs ist der belgische Coach, der eine funktionierende Einheit geformt hat und sich nicht selbst in den Mittelpunkt stellt.“ Von diesen Eigenschaften könnten sich aktive Politiker inspirieren lassen.



