In weniger als einem Jahr endet die zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70), eine erneute Kandidatur ist verfassungsrechtlich ausgeschlossen. Nun hat CSU-Chef Markus Söder (59) einen konkreten Vorschlag für die Nachfolge gemacht: Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (61, CSU). Gegenüber dem „Münchner Merkur“ erklärte Söder: „Wenn Ilse Aigner möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung.“
Aigner als aussichtsreiche Kandidatin
Ilse Aigner ist eine langjährige Weggefährtin Söders und bekleidet als Landtagspräsidentin das zweithöchste protokollarische Amt in Bayern – nur der Ministerpräsident selbst rangiert noch vor ihr. In den vergangenen Wochen kursierten bereits Gerüchte über eine mögliche Kandidatur Aigners, offiziell bestätigt hat sie diese jedoch noch nicht. Dennoch werten Beobachter Söders Vorstoß als wichtiges Signal, da er der erste Vorsitzende einer Regierungspartei ist, der einen Namen ins Spiel bringt.
Weitere Kandidatinnen aus der Union
Neben Aigner werden in der Union auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53, CDU) und Bildungsministerin Karin Prien (60, CDU) als mögliche Bewerberinnen gehandelt. Aus allen drei Ampelparteien war zudem der Wunsch zu vernehmen, das Amt künftig mit einer Frau zu besetzen. Die endgültige Entscheidung über den Kandidaten oder die Kandidatin wird jedoch noch einige Monate auf sich warten lassen. Die Union plant, sich im Sommer zu beraten, wen sie ins Rennen schicken wird.
Konsens mit der SPD angestrebt
Unklar ist bislang, ob sich der Koalitionspartner SPD dem Vorschlag der Union anschließen wird. SPD-Chef Lars Klingbeil (48) sprach sich bereits für ein gemeinsames Vorgehen aus. Es gilt als wahrscheinlich, dass die kommenden Monate spannender werden als die eigentliche Wahl am 30. Januar 2027. Der Bundespräsident wird nicht direkt vom Volk, sondern von der Bundesversammlung gewählt, die sich aus Mitgliedern des Bundestages, Vertretern der Landtage und teilweise prominenten Delegierten zusammensetzt. Daher bemühen sich die Regierungsparteien meist um einen vorherigen Konsens, der nicht selten Gegenstand politischer Verhandlungen ist.



