Luigi Pantisano bewirbt sich als neuer Linken-Vorsitzender nach van Akens Rückzug
Pantisano will neuer Linken-Chef werden

Neue Führung bei der Linken: Pantisano bewirbt sich für den Parteivorsitz

Nach dem überraschenden Rückzug von Jan van Aken aus gesundheitlichen Gründen benötigt die Linke einen neuen Co-Vorsitzenden. Der Bundestagsabgeordnete Luigi Pantisano hat nun offiziell seine Kandidatur für diese Position bekannt gegeben. Der 46-jährige Politiker aus Stuttgart will sich im Juni auf dem Bundesparteitag der Linken zur Wahl stellen und bezeichnet diesen Schritt in einer persönlichen Erklärung auf seiner Homepage als einen Akt der "Demut".

Erster Vorsitzender mit Migrationsgeschichte

Sollte Pantisano gewählt werden, würde er als erster Parteichef der Linken mit einer Migrationsgeschichte in die Annalen der Partei eingehen. Der Politiker hat italienische Wurzeln und ist Mitbegründer des Netzwerks "Linkskanax", das sich für die Interessen von Menschen mit Migrationshintergrund innerhalb der Partei einsetzt. Aktuell bekleidet Pantisano das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion im Deutschen Bundestag.

Der Entschluss zur Kandidatur folgt auf die überraschende Ankündigung von Jan van Aken, der erst im Januar noch gemeinsam mit Co-Chefin Ines Schwerdtner für eine weitere Amtszeit kandidieren wollte. Van Aken begründete seinen Rückzug mit gesundheitlichen Erwägungen und hinterlässt damit eine Lücke in der Doppelspitze der Partei.

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Politische Erfahrung und bisherige Karriere

Obwohl Pantisano erst seit dem vergangenen Jahr für die Linke im Bundestag sitzt, verfügt er über umfangreiche politische Erfahrung in Berlin:

  • Von 2017 an arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestagsbüro des damaligen Linken-Vorsitzenden Bernd Riexinger
  • 2020 verfehlte er nur knapp das Amt des Oberbürgermeisters in Konstanz, nachdem er im ersten Wahlgang die meisten Stimmen aller Kandidaten erhalten hatte
  • In der Stichwahl unterlag er schließlich dem CDU-Amtsinhaber

Pantisano betonte in seiner Bewerbungserklärung, dass die Linke sich unter van Aken und Schwerdtner erneuert und stabilisiert habe. Diese Arbeit wolle er nun fortsetzen und die Partei weiter stärken. Bislang ist der Stuttgarter Abgeordnete der einzige männliche Kandidat, der nach van Akens Rückzug seine Bewerbung offiziell eingereicht hat.

Herausforderungen für die Linke

Die Kandidatur Pantisanos findet in einer schwierigen Phase für die Linke statt. Jüngst scheiterte die Partei in Baden-Württemberg knapp am Einzug in den Landtag, was die Herausforderungen für die politische Arbeit unterstreicht. Die Wahl eines neuen Co-Vorsitzenden im Juni wird daher als wichtiger Schritt für die Zukunft der Partei betrachtet.

Die Linke wählt traditionell eine Doppelspitze, die mit einer Frau und einem Mann besetzt wird. Während Pantisano nun für die männliche Position kandidiert, bleibt abzuwarten, wie sich der Bewerbungsprozess für die gesamte Parteiführung entwickeln wird. Der Parteitag im Juni wird entscheidend für die künftige Ausrichtung und Führung der Linken sein.

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