Der Landkreis Ludwigslust-Parchim geht gemeinsam mit dem Eigenbetrieb Rettungsdienst neue Wege in der Digitalisierung. Seit April ist in allen neuen Fahrzeugen des LUP-Rettungsdienstes ein sogenannter Telenotarzt integriert, der den Sanitätern bei Bedarf rund um die Uhr zur Seite steht.
Telenotarzt unterstützt Einsatzkräfte
„Dort stehen in einem 24 / 7-Schichtmodell speziell telemedizinisch weitergebildete Anästhesisten zur Verfügung, die die Notfall- und Rettungssanitäter im Einsatz unterstützen können“, heißt es vom Landkreis. Damit wird die medizinische Versorgung im Landkreis nachhaltig gestärkt. „Unsere Rettungskräfte erhalten jederzeit fachärztliche Unterstützung direkt am Einsatzort“, erklärt der Geschäftsführer des LUP-Rettungsdienstes, Volkmar Reiß, und ergänzt: „Das System ergänzt die bestehende rettungsdienstliche Struktur und trägt dazu bei, die Versorgungsqualität für die Bürgerinnen und Bürger weiter zu verbessern.“
In den vergangenen 14 Monaten hat der LUP-Rettungsdienst 14 neue Rettungstransportwagen (RTW), drei Kofferwechsel der RTW auf neue Fahrgestelle, drei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) und drei Krankentransportwagen (KTW) in Dienst gestellt. Außerdem wurden drei neue Mehrzweckfahrzeuge übernommen. Insgesamt 5,66 Millionen Euro haben die Fahrzeuge gekostet, von denen fünf RTW sowie ein NEF vom Landkreis in Parchim vorgestellt wurden.
Peeq-Box ermöglicht einfache Kommunikation
Durch spezielle technische Systeme wie die Peeq-Box werden Einsatz- und Vitaldaten an den Telenotarzt, der auf dem Campus der Uni-Medizin Greifswald stationiert ist, übertragen. „Um den Betrieb des Systems überhaupt zu ermöglichen, wurden zum Start moderne iPhones auf allen Rettungswagen eingeführt, die durch die LUP-Rettungsdienstgesellschaft selbst verwaltet werden“, so der Landkreis. Außerdem stelle die integrierte Leitstelle Westmecklenburg Einsatzdaten für den Telenotarzt zur Verfügung.
Die Sanitäter im Einsatz sind dann via Headset und einer App mit dem Telenotarzt verbunden. Zusätzliche Kameratechnik unterstützt die Versorgung in den Fahrzeugen per Foto und Livestream. In erster Linie ist das System für die Versorgung von Akutpatienten gedacht. Der Telenotarzt kann unter anderem die Versorgung vor Ort unterstützen und beispielsweise die Gabe von Medikamenten durch den Notfallsanitäter anordnen. Sollte es zu Großschadenslagen oder Massenanfällen von Verletzten (MANV) kommen, besteht die Möglichkeit der Unterstützung in administrativen Aufgaben. Zusätzlich wird durch die Digitalisierung die Einsatzdokumentation, die bereits seit rund zehn Jahren digital stattfindet, erweitert.
Digitalisierung für mehr Sicherheit im ländlichen Raum
„Es freut mich sehr, dass wir neben der Anschaffung von insgesamt 26 neuen Fahrzeugen für den LUP-Rettungsdienst nun auch im Telenotarztsystem des Landes eingebunden sind. Dies ist ein großer und wichtiger Schritt im Bereich der notfallmedizinischen Versorgung im ländlichen Raum“, sagt Landrat Sternberg. „Damit gehen wir den Weg der Digitalisierung in unserem Landkreis konsequent weiter. Des Weiteren setzen wir einen wichtigen Kreistagsbeschluss um. Was mir aber besonders wichtig ist, wir können unseren Einwohnerinnen und Einwohnern mehr Sicherheit im Bereich der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum geben“, so der Landrat weiter.



