Attentatsversuch bei Trump-Dinner: Schütze nutzte drei Sicherheitslücken aus
Washington – Ein bewaffneter Mann eröffnete das Feuer – nur einen Raum entfernt von US-Präsident Donald Trump (79), First Lady Melania (56), Vize JD Vance (41), mehreren Kabinettsmitgliedern und der versammelten Presse-Elite Washingtons. Die Schreckensszenen beim traditionellen „White House Correspondents’ Dinner“ (WHCD) schockierten die Welt: Cole Tomas Allen (31), ein Lehrer aus Torrance (Kalifornien), eröffnete Samstagabend (Ortszeit) im Foyer des Washingtoner Hilton-Hotels an einem Checkpoint das Feuer und wurde dann im Schusswechsel mit Ordnungskräften überwältigt.
Filmreife Szenen im Ballsaal
Im Ballsaal nebenan spielten sich filmreife Szenen ab: Agenten des Secret Service brachten mit gezückten Waffen den Präsidenten, seine Frau und Regierungsmitglieder in Sicherheit. Trump lobte seine Schutztruppe danach als „fantastisch“. Doch je mehr Details über die bangen Minuten bekannt werden, desto lauter wird die Frage: War der mögliche neue Attentatsversuch auf Trump das Resultat einer eklatanten Sicherheitspanne? Hunderte Journalisten und Ehrengäste hatten Todesangst. Einige suchten unter Tischen Schutz. Jetzt stehen mehrere mögliche Schwachstellen im Fokus.
Das „Hotelgast-Schlupfloch“
Welche Rolle spielte das „Hotelgast-Schlupfloch“? Der Schütze hatte schon Tage vor der Gala im Hilton eingecheckt. Als Hotelgast konnte er sich leichter in Bereichen bewegen, die nicht so streng kontrolliert waren. So soll er auch seine Waffen – ein Gewehr, eine Pistole und Messer – beim Einchecken in seinem Reisegepäck ins Gebäude gebracht haben.
Waffe in unbewachtem Nebenraum zusammengebaut
Eine Freiwillige will den mutmaßlichen Attentäter in einem Nebenraum gesehen haben. Dort standen Getränke-Wägelchen. Der Mann soll dort eine Waffe für den Einsatz bereit gemacht haben. „Er zog sie aus einer Tasche“, sagte Zeugin Helen Mabus der „New York Post“. „Sie war lang und sah ungewöhnlich aus.“ Besonders alarmierend: Der Nebenraum war offenbar unbewacht. Der Schütze lief dann laut Zeugin zu den Treppen, die zum Ballsaal führten. Allen wollte den wichtigsten Sicherheitsperimeter samt Checkpoint durchbrechen. Er sprintete los, Sicherheitskräfte zückten die Waffen. Es kam zum Schusswechsel, er wurde nicht getroffen – aber zu Boden gerissen. Da war er nur noch wenige Meter vom Durchgang zum rappelvollen Ballsaal entfernt.
Besucher sprechen von laschen Kontrollen
Untersuchungen zu möglichen Sicherheitslücken werden erwartet. Eine erste Blitzbilanz von Experten: Die letzte Verteidigungslinie des Secret Service hielt. Doch die Sicherung anderer Bereiche der Hotellobby und des Foyers vor dem Galasaal könnte tatsächlich lückenhaft gewesen sein. Auch Besucher berichten von schockierend laschen Kontrollen. Axel Springer Global Reporter vor Ort: „Ich musste nicht mal meinen Pass zeigen!“ Tim Röhn, Leiter des „Global Reporter“-Netzwerks von Axel Springer, war geladener Gast. „Es reichte, lediglich einen Screenshot der Einladung zu zeigen, um ins Gebäude zu gelangen“, sagte er. Ein Ausweis? „Nicht erforderlich.“ Laut anderen Korrespondenten war nur eine ausgedruckte Einladung nötig. Regierungs-Medienberaterin Kari Lake (56) nannte die Sicherheitslage „schrecklich“. Sie behauptete, es sei der am leichtesten bewachte Event mit Präsidenten-Anwesenheit gewesen, zu dem sie je Zugang bekommen habe.



