Neuer Zoff um Queerbeauftragte: CDU-Ministerin rüffelt SPD-Kollegin
CDU-Ministerin rüffelt Queerbeauftragte Koch

Berlin – Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (32, SPD), hat mit einem Instagram-Beitrag für Aufsehen gesorgt. Darin greift sie US-Präsident Donald Trump, die britische Autorin J. K. Rowling und die deutsche Publizistin Alice Schwarzer an. Nun erhält sie dafür einen Rüffel – aus den eigenen Reihen der Bundesregierung.

Instagram-Beitrag löst Streit aus

Auslöser ist ein Beitrag von Sophie Koch, die als Beauftragte „für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt“ fungiert. Auf Instagram postete sie ein Bild mit Trump, Rowling und Schwarzer und schrieb: „Frauen- und trans*-Rechte nicht gegeneinander ausspielen!“ Was genau Koch an den abgebildeten Persönlichkeiten stört, wird nicht ganz klar. Sie erwähnt Trumps „Angriffe auf trans* Menschen im Sport“ und beklagt, dass „Einzelne aus dem rechten Spektrum das Selbstbestimmungsgesetz angreifen“. Konkrete Vorwürfe gegen Rowling und Schwarzer bleiben jedoch aus.

Prien verteidigt Schwarzer

Bundesministerin Karin Prien (60, CDU), in deren Ressort die Queerbeauftragte angesiedelt ist, reagierte ungewöhnlich deutlich. Auf BILD-Anfrage ließ eine Sprecherin mitteilen: „Bundesministerin Prien schätzt den Einsatz von Sophie Koch für LSBTIQ-Personen ebenso wie das Engagement von Persönlichkeiten wie der ebenfalls im Posting abgebildeten Alice Schwarzer, die sich bereits seit Jahrzehnten für Gleichstellung einsetzt.“ Damit stellt sich Prien klar hinter Schwarzer.

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Die CDU-Ministerin wirft der SPD-Beauftragten vor, aus dem Amt einen Kulturkampf zu führen. „Kein Verständnis hat Bundesministerin Prien dagegen dafür, den Kulturkampf in Darstellung und Bild anzuheizen“, so die Sprecherin. „Vielmehr lädt sie zum sachlichen Austausch ein und bittet darum, auf Schärfe und Polemik zu verzichten.“

Kochs Kritik an Trump konkretisiert

Auf Nachfrage von BILD, was Koch Rowling und Schwarzer konkret vorwirft, nannte ein Sprecher der Beauftragten keine Beispiele. Er sagte lediglich: „Frau Koch bedauert es sehr, dass manche Frauen sich auf dieses Gegeneinanderausspielen einlassen, anstatt Menschen einfach ihr selbstbestimmtes Leben leben zu lassen.“

Zu Donald Trump wurde die Kritik präzisiert: Anlass ist das Vorgehen der US-Regierung gegen die Teilnahme von Transfrauen am Frauensport. „Sophie Koch ist der Auffassung, dass trans*-Menschen, wie alle anderen auch, am Sport und Leistungssport partizipieren können sollen“, erklärte der Sprecher. „Mit dem Vorwand, Frauen im Sport schützen zu wollen, macht der derzeitige US-Präsident massiv Stimmung gegen trans*-Sportlerinnen.“ Von kategorischen Verboten halte Koch nichts.

Trump betrachtet seine Politik als Schutz des Frauensports, da Transfrauen als Männer geboren wurden und daher körperliche Vorteile haben könnten. Trans-Aktivisten sehen dies als Diskriminierung – ein kontroverses Thema, das nicht nur in den USA hitzig diskutiert wird.

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