Nachdem vor etwa zwei Wochen 27 Kulturinstitutionen in Sachsen-Anhalt öffentlich vor der Kulturpolitik der AfD gewarnt hatten, haben sich nun 40 weitere Häuser diesem Appell angeschlossen. Das gab die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz bekannt. Unter den ursprünglichen Unterzeichnern waren Stiftungen, Theater, Museen und Vereine, darunter auch die Stiftung Bauhaus Dessau. Die neuen Mitstreiter erweitern den Kreis der Kritiker deutlich.
Dessau-Roßlauer Kulturorte wahren Neutralität
In Dessau-Roßlau halten sich die meisten Kultureinrichtungen jedoch weiterhin mit einer politischen Positionierung zurück. Sie wahren überwiegend die Neutralität. Dies bedeutet, dass sie sich dem Appell nicht angeschlossen haben, aber auch keine gegenteilige Stellungnahme abgegeben haben. Die genauen Gründe für diese Zurückhaltung sind unterschiedlich: Manche möchten ihre Unabhängigkeit bewahren, andere befürchten mögliche Konsequenzen für ihre Förderung.
Hintergrund des Appells
Die ursprüngliche Warnung war von 27 Institutionen aus ganz Sachsen-Anhalt unterzeichnet worden. Sie richtet sich gegen die kulturpolitischen Vorstellungen der AfD, die nach Ansicht der Unterzeichner die Freiheit und Vielfalt der Kulturszene gefährden. Der Appell betont die Bedeutung einer offenen und demokratischen Kulturlandschaft und ruft zur Wachsamkeit gegenüber extremistischen Tendenzen auf.
Mit dem Beitritt der 40 weiteren Institutionen wächst der Druck auf die politischen Entscheidungsträger. Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz zeigte sich erfreut über die breite Unterstützung und hofft auf eine nachhaltige Wirkung des Appells. Die Debatte über die Rolle der Kultur in der politischen Auseinandersetzung wird damit weiter an Fahrt gewinnen.



