Digitales EU-Grenzsystem startet flächendeckend: Passstempel wird abgeschafft
EU-Grenzsystem startet flächendeckend: Passstempel passé

Digitales EU-Grenzsystem startet flächendeckend: Passstempel wird abgeschafft

Das digitale Ein- und Ausreisesystem für Menschen ohne EU-Pass soll ab sofort an allen Grenzübergängen des europäischen Schengen-Raums funktionieren. Laut der EU-Kommission erfasst das neue Verfahren deutlich mehr Daten als bisher und trägt dadurch wesentlich zur Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus bei. Mehrere deutsche Flughäfen haben das System bereits vor einigen Monaten erfolgreich eingeführt.

Biometrische Daten ersetzen Passstempel

Das sogenannte Entry-Exit-System (EES) an den EU-Außengrenzen speichert umfangreiche biometrische Daten, darunter Fingerabdrücke und Gesichtsbilder. Der traditionelle Stempel im Reisepass entfällt damit vollständig. Diese strengeren Vorschriften gelten künftig für alle Reisenden, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedslandes besitzen, und werden an allen Grenzübergängen von 25 EU-Staaten sowie von Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz umgesetzt. In Deutschland sind insbesondere Flughäfen und Seeaußengrenzen von dieser umfassenden Umstellung betroffen.

Deutschland als Vorreiter bei der Umsetzung

Die Mitgliedsländer haben das digitale Grenzsystem seit Oktober 2025 schrittweise eingeführt. Während in einigen Staaten noch immer technische Schwierigkeiten auftreten, bezeichnet die EU-Kommission Deutschland als „Musterschüler“. Besonders an den deutschen Flughäfen wurden durch das System bisher über 2.000 Reisen verweigert. Im gesamten Schengen-Raum beläuft sich die Zahl der abgelehnten Reisen auf etwa 27.000, wobei mehr als 700 Personen als Sicherheitsrisiko identifiziert wurden. EU-Innenkommissar Magnus Brunner betonte, dass diese digitalen Grenzkontrollen einen wichtigen Meilenstein für den europäischen Außengrenzschutz darstellen.

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Kritik von Fluglinien und Proteste von Lkw-Fahrern

Insbesondere Fluglinien und Flughäfen äußern Bedenken hinsichtlich möglicher längerer Wartezeiten und Störungen im Betriebsablauf durch das neue Verfahren. Ryanair-Chef Michael O'Leary forderte in der Londoner Zeitung „The Times“ sogar, das System erst nach der Sommersaison einzuführen. Anfang des Jahres protestierten zudem Lastwagenfahrer aus südosteuropäischen Ländern mit Grenzblockaden gegen die strenger durchgesetzten EU-Aufenthaltsregeln, die sie als inkompatibel mit ihrer beruflichen Tätigkeit empfinden.

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