Oster-Waffenruhe: Kurzes Durchatmen im Ukraine-Krieg
Oster-Waffenruhe: Kurzes Durchatmen im Ukraine-Krieg

Anlässlich des orthodoxen Osterfests haben Russland und die Ukraine eine zeitlich begrenzte Waffenruhe vereinbart. Kremlchef Wladimir Putin kündigte eine Feuerpause von Samstagnachmittag bis einschließlich Sonntag an. In Kiew bekräftigte Präsident Wolodymyr Selenskyj das Vorhaben und erklärte, die Ukraine werde entsprechend handeln. Die orthodoxen Christen in beiden Ländern feiern Ostern am kommenden Sonntag, dem 12. April.

Der Kreml teilte mit, Verteidigungsminister Andrej Beloussow und Generalstabschef Waleri Gerassimow seien angewiesen worden, die Kampfhandlungen in allen Richtungen einzustellen. Die Truppen sollten jedoch bereit sein, auf mögliche Provokationen zu reagieren. Selenskyj betonte, die Menschen bräuchten ein Osterfest ohne Bedrohungen und echte Bewegung zum Frieden. Russland habe die Chance, auch nach Ostern nicht zu Angriffen zurückzukehren. Die Ukraine sei zu spiegelbildlichen Schritten bereit.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen die russische Invasion. Es gab bereits mehrere Versuche zeitlich begrenzter Waffenruhen, etwa eine 30-stündige Feuerpause über Ostern im vergangenen Jahr und eine über die Weltkriegsgedenktage im Mai. Eine Weihnachts-Waffenruhe lehnte Putin ab. Beide Seiten warfen sich in der Vergangenheit Verstöße vor.

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Während Kiew eine Waffenruhe als Schritt in Richtung Kriegsende sieht, verlangt Moskau zunächst die Lösung von Konfliktfragen, etwa den Abzug ukrainischer Truppen aus dem nicht von Russland kontrollierten Teil des Donbass. Kiew lehnt dies ab. Die USA vermitteln weiterhin, zuletzt bei Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in der Schweiz, die jedoch ohne Durchbruch blieben. Im Anschluss tauschten die Kriegsparteien Hunderte Kriegsgefangene aus.

Vor der Ankündigung der Oster-Waffenruhe tauschten die Seiten am Donnerstag erneut Soldatenleichen aus. Kiew erhielt die sterblichen Überreste von 1.000 Soldaten, Moskau die von 41. Dies bestätigten der russische Abgeordnete Schamsail Saralijew und der Koordinationsstab für Kriegsgefangenenbelange in Kiew.

Parallel zum Krieg geht Russland im Inneren gegen kritische Stimmen vor. Das Oberste Gericht stufte die Menschenrechtsgruppe Memorial als extremistisch ein und verbot sie. Memorial, gegründet vom Dissidenten Andrej Sacharow, erhielt 2022 den Friedensnobelpreis. Maskierte Sicherheitskräfte durchsuchten zudem die Redaktion der regierungskritischen Zeitung „Nowaja Gaseta“ in Moskau. Die Durchsuchung dauerte 13 Stunden, technische Geräte und Dokumente wurden beschlagnahmt. Ein Journalist wurde für 48 Stunden festgenommen.

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