In der aktuellen Debatte um digitale und sexualisierte Gewalt hat Brandenburgs Justiz- und Digitalminister Benjamin Grimm (SPD) die Männer im Land zu mehr Einsatz aufgerufen. „Ich empfinde es so, dass wir Männer durchaus noch lauter werden können“, sagte Grimm im Potsdamer Landtag. Er forderte sie auf, klar Stellung gegen digitale Gewalt zu beziehen.
Appell an die Männer
Der Minister betonte, dass ein Großteil der Betroffenen von digitaler Gewalt Frauen seien. Deshalb spreche er explizit sein eigenes Geschlecht an. „Ich wünsche mir, dass wir als Männer gemeinsam an der Seite der Frauen stehen“, so Grimm. Er stellte klar, dass nicht alle Männer schlecht seien oder zur Gewalt neigten. Dennoch frage er sich, „woran die Zurückhaltung wohl liegen mag“.
Landtag debattiert über Schutz vor digitaler Gewalt
Die Aktuelle Stunde im Potsdamer Landtag stand unter dem Motto „Keine Toleranz bei digitaler Gewalt – Schutzlücken schließen, Prävention ausbauen und Strafverfolgung konsequent durchführen“. Der Antrag der SPD-Fraktion wurde mit den Stimmen der Koalition und der Opposition angenommen, lediglich die AfD-Fraktion stimmte dagegen.
Hintergrund: Fall Fernandes gegen Ulmen
Seit einigen Wochen wird in Deutschland eine breite Debatte über sexualisierte Gewalt im Internet geführt. Auslöser sind schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen. Laut einem Bericht des „Spiegel“ soll Ulmen Fake-Profile in Fernandes’ Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die „initiale Berichterstattung“ des „Spiegels“ gerichtlich vorzugehen.
Ermittlungen in Potsdam
Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt zu einer Strafanzeige von Fernandes wegen des Vorwurfs der Nachstellung. Der Grund: Fernandes und Ulmen lebten vor ihrem Umzug nach Mallorca im Jahr 2023 in Potsdam.
Grimm betonte, dass digitale Gewalt kein Randphänomen sei, sondern viele Menschen betreffe. Er rief dazu auf, Schutzlücken zu schließen, die Prävention auszubauen und die Strafverfolgung konsequent zu gestalten. Sein Appell richte sich nicht nur an die Politik, sondern an die gesamte Gesellschaft – insbesondere an die Männer.



