Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon bleibt brüchig. Trotz einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten und verlängerten Feuerpause kommt es weiterhin zu tödlichen Angriffen und gegenseitigem Beschuss. Am Samstag wurden bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon erneut mehrere Menschen getötet.
Erneute israelische Angriffe im Süden
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums gab es in Johmor al-Schakif im Bezirk Nabatije vier Tote, nachdem ein Lastwagen und ein Motorrad beschossen worden waren. Israel erklärte hingegen, es habe sich bei den Zielen um Hisbollah-Mitglieder gehandelt, die bewaffnet unterwegs gewesen seien. Bereits am Vortag waren bei israelischen Luftangriffen im Nachbarland sechs Menschen getötet worden.
Hisbollah feuert Raketen auf Israel
Israels Armee teilte mit, sie habe in der Nacht im Südlibanon mehrere einsatzbereite Raketenabschussrampen der Hisbollah-Miliz angegriffen. Diese hätten eine Bedrohung für israelische Zivilisten und Soldaten dargestellt. Am Samstagnachmittag meldete die Armee erneut Beschuss aus dem Libanon auf Israel. Ein Geschoss wurde abgefangen, ein weiteres stürzte auf offenem Gebiet ab. In mehreren Orten in Nordisrael gab es Raketenalarm. Berichte über Opfer oder Schäden gab es zunächst nicht. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, die Hisbollah habe Raketen auf Israel gefeuert.
Uno-Blauhelmsoldat erliegt Verletzungen
Die Uno-Friedenstruppe im Libanon (Unifil) gab am Freitag bekannt, dass ein indonesischer Blauhelmsoldat im Krankenhaus Verletzungen erlegen sei, die er am 29. März bei einem Angriff erlitten hatte. Ende März war bereits ein weiterer Soldat bei einem Angriff getötet worden. Eine vorläufige Uno-Untersuchung ergab, dass dieser durch eine israelische Panzergranate getötet wurde.
Hintergrund der Eskalation
Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ali Khamenei feuerte die von Teheran unterstützte Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Am 16. April verkündete Trump eine zehntägige Waffenruhe im Libanon, die der US-Präsident dann kurz vor ihrem Auslaufen um drei Wochen verlängerte. Trotz dieser Verlängerung setzen beide Seiten ihre Angriffe fort.



