Bundeskanzler Friedrich Merz hat kürzlich beklagt, dass kein Kanzler vor ihm so heftig angegriffen und herabgewürdigt worden sei wie er. Doch ein genauer Blick auf 77 Jahre Bundesrepublik Deutschland offenbart ein deutlich anderes Bild. Die Geschichte der Bundeskanzler ist geprägt von teils massiven Anfeindungen, die weit über das hinausgingen, was Merz heute erfährt.
Die Erfahrungen früherer Kanzler
Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler, musste sogar eine Briefbombe überstehen. Willy Brandt wurde als „Vaterlandsverräter“ beschimpft, Helmut Schmidt als „Kriegstreiber“ verunglimpft, und Helmut Kohl musste sich mit der abfälligen Bezeichnung „Birne“ herumschlagen. Auch Gerhard Schröder, Angela Merkel und Olaf Scholz blieben von scharfer Kritik und persönlichen Schmähungen nicht verschont.
Warum Merz mit seinem Vergleich danebenliegt
Experten und Historiker weisen darauf hin, dass die politische Kultur in Deutschland schon immer von harter Auseinandersetzung geprägt war. Die heutige Kritik an Merz mag laut sein, aber sie ist keineswegs beispiellos. Im Gegenteil: Frühere Kanzler mussten oft weitaus existentiellere Angriffe aushalten, die bis zu Morddrohungen reichten. Merz‘ Aussage, dass er in einer besonders schwierigen Situation stecke, wird durch die historischen Fakten widerlegt.
Lesen Sie mit BILDplus, welche konkreten Anfeindungen frühere Kanzler aushalten mussten – und warum Merz mit seinem Vergleich deutlich danebenliegt.



