Am Montag begann vor dem Landgericht Berlin der Prozess gegen einen 22-jährigen Syrer, der einen terroristischen Anschlag in der Hauptstadt geplant haben soll. Der Angeklagte räumte die Vorwürfe grundsätzlich ein und sagte: „Ich hatte Glück, dass ich erwischt worden bin.“
Angeklagter spricht von Radikalisierung im Internet
Der junge Mann war vor rund sechs Monaten festgenommen worden. Laut Anklage soll er spätestens seit März 2025 darüber nachgedacht haben, einen Anschlag zu verüben. Er habe geplant, mit einem Messer möglichst viele jüdische Personen und Nichtmuslime zu töten und anschließend einen Selbstmordanschlag mit einem Sprengstoffgürtel zu begehen. „Der Teufel saß in meinem Kopf“, sagte der Angeklagte. „Ich habe meine Gedanken vom IS bekommen.“
Dem Syrer werden Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Terrorismusfinanzierung vorgeworfen. Zudem lautet die Anklage auf Verbreiten von Propagandamitteln terroristischer Organisationen in vier Fällen. Er habe im März und Oktober 2025 in sozialen Medien Videos veröffentlicht, die mit Liedern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterlegt waren.
Von Arbeitsmigrant zu Terrorverdächtigem
Der 22-Jährige sagte zu Prozessbeginn, er sei Ende 2023 nach Deutschland gekommen, „um zu arbeiten und Geld zu verdienen“. Doch dann hätten sich seine Träume und Ziele geändert. Auf Internetplattformen wie TikTok habe er sich zunehmend radikalisiert. In Chats habe er sich unter anderem zum Märtyrertum informiert und sich IS-Veröffentlichungen angesehen.
In Chats mit bislang unbekannten Partnern soll sich der 22-Jährige auch über den Bau einer Sprengvorrichtung informiert sowie über einen möglichen Anschlag ausgetauscht haben. Daraufhin soll der junge Syrer ein Messer und mehrere Gegenstände im Internet gekauft haben, die mutmaßlich zum Bau einer Spreng- und Brandvorrichtung geeignet sind. Der Prozess wird fortgesetzt.



