US-Ex-Militär wegen Spionage für China in Koblenz verurteilt
US-Ex-Militär wegen Spionage für China verurteilt

US-Ex-Militär wegen Spionage für China in Koblenz verurteilt

Das Oberlandesgericht Koblenz hat einen US-amerikanischen Staatsangehörigen wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit für die Volksrepublik China schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Der 39-Jährige, der zuvor für die US-Marine und später für einen zivilen Vertragspartner auf US-Militärstützpunkten in Wiesbaden und Mainz gearbeitet hatte, beabsichtigte, sensible Informationen des amerikanischen Militärs an staatliche chinesische Stellen weiterzugeben.

Festnahme vor Vollendung der Tat

Laut Gerichtsangaben kontaktierte der Mann im Sommer 2024 mehrfach chinesische Behörden und bot ihnen vertrauliche US-Militärdaten an. Seine Pläne konnten jedoch nicht verwirklicht werden, da er am 7. November 2025 festgenommen wurde, bevor er die Informationen tatsächlich übermitteln konnte. Interessanterweise zeigten die chinesischen Stellen nach Aussage des Senats kein besonderes Interesse an den angebotenen Daten.

Motivation: Zerwürfnis mit dem Arbeitgeber

Die Motivation für die geplante Spionagetat lag nach Auffassung des Gerichts in einem tiefgreifenden Zerwürfnis mit seinem Arbeitgeber. Der Verurteilte hatte dem Richter zufolge Missstände wie mutmaßlichen Abrechnungsbetrug innerhalb des US-Militärs beobachtet und diese sowohl bei seinem Vorgesetzten als auch bei offiziellen US-Behörden angesprochen. Da daraufhin kaum Besserung eintrat und er sich nicht ernst genommen fühlte, entschloss er sich zu diesem drastischen Schritt, um seiner Empörung Ausdruck zu verleihen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Öffentlichkeit aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen

Während des Prozesses, der über 15 Verhandlungstage sowie einen abschließenden Prozesstag führte, wurde die Öffentlichkeit teilweise ausgeschlossen. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts Koblenz begründete diese Maßnahme mit möglichen Sicherheitsinteressen für die Bundesrepublik Deutschland, die durch eine vollständige öffentliche Verhandlung gefährdet sein könnten. Dies unterstreicht die sensible Natur der verhandelten Informationen und die internationale Dimension des Falls.

Das Urteil markiert vorerst das Ende eines aufsehenerregenden Spionageprozesses, der die grenzüberschreitenden Implikationen von Geheimdienstaktivitäten in Deutschland deutlich macht. Die Strafe reflektiert die Ernsthaftigkeit der geplanten Handlungen, auch wenn sie letztlich nicht zum Erfolg führten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration