Epstein-Skandal: Jagd auf sechs mysteriöse Komplizen - Opposition fordert vollständige Aufklärung
Der Vertuschungsskandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein schwelt weiter und nimmt neue, dramatische Wendungen. Trotz der jüngsten Freigabe von drei Millionen Dokumenten, die die Verbindungen des Sexverbrechers zu einflussreichen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltungsindustrie beleuchten sollten, bleibt vieles im Dunkeln. Seit Montag haben Kongressabgeordnete zwar Zugang zu den Originalakten ohne Schwärzungen, doch dieser ist stark eingeschränkt: Nur vier Computer stehen in einem gesicherten Raum zur Verfügung.
Sechs Namen entdeckt - doch viele bleiben geschwärzt
Der Republikaner Thomas Massie entdeckte in den Akten sechs Namen, die im Zusammenhang mit Epsteins Sexring mit jungen, oft minderjährigen Frauen stehen könnten. „In ein paar Stunden haben wir sechs Männer gefunden, deren Namen geschwärzt waren und die in der Art, wie die Akten dargestellt sind, verwickelt sind“, erklärte der Kongressabgeordnete. Während die Namen von Opfern oft lesbar sind, bleiben die mutmaßlicher Täter weiterhin unkenntlich gemacht.
Das US-Justizministerium nannte schließlich einen der sechs mysteriösen Machtmänner: Es handelt sich um Les Wexner, den früheren „Victoria's Secret“-Macher und langjährigen Geschäftspartner Epsteins. Doch die Identitäten der anderen fünf bleiben vorerst geheim.
Opposition läuft Sturm gegen Vertuschung
Der Demokrat Jamie Raskin warf dem Justizministerium vor, weiter im „Vertuschungsmodus“ zu sein und forderte neue öffentliche Anhörungen. „Wir müssen das Geld und die Organisationsstruktur untersuchen!“ betonte Raskin. Er forderte, dass vor allem die Opfer „den Weg durch dieses Albtraum-Netzwerk weisen“ sollten.
Kongressmitglieder verlangten zudem die Entschwärzung der Identität eines „Sultans“, dem Epstein 2009 schrieb: „Ich liebte das Foltervideo.“ Dabei soll es sich um Sultan Ahmed bin Sulayem handeln, einen Geschäftsmann und CEO von „DP World“ aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Weitere Namen enthüllt - doch das Mysterium bleibt
Der Kongress-Demokrat Ro Khanna enthüllte am Dienstag die restlichen Namen: Salvatore Nuara, Zurab Mikeladze, Leonic Leonov und Nicola Caputo. Diese Namen waren bisher weitgehend unbekannt und vertiefen das Mysterium um Epsteins Netzwerk weiter.
Druck auf Handelsminister wächst
Unterdessen sieht sich Handelsminister Howard Lutnick mit wachsenden Rücktrittsforderungen konfrontiert. Der Chefarchitekt von Trumps Handelskriegen soll Epsteins private Orgien-Insel besucht und darüber gelogen haben. Erst am Dienstag gab Lutnick zu, er und seine Familie hätten 2012 mit Epstein auf dessen Privatinsel zu Mittag gegessen und er sei 2011 im Haus von Epstein gewesen.
Internationale Unterschiede in der Aufarbeitung
Auffällig bleibt die Kluft zwischen den USA und Europa in der Aufarbeitung des Skandals. Während in Großbritannien Premierminister Keir Starmer wegen der früheren Ernennung des Epstein-Vertrauten Peter Mandelson zum Botschafter in Washington unter Druck geriet und die britische Monarchie wegen der Enthüllungen über Ex-Prinz Andrew in der Dauerkrise steckt, kommen in den USA weitere Ermittlungen kaum voran.
In Norwegen, Frankreich und Polen laufen ebenfalls neue Untersuchungen zu Epstein-Verbindungen, während in den USA viele Namen weiterhin geschwärzt bleiben. Die Opposition fordert daher dringend vollständige Transparenz und eine lückenlose Aufklärung des Skandals, der seit Jahren die politischen und gesellschaftlichen Eliten erschüttert.



