Rechtskräftiges Urteil: Ehepaar muss lebenslang für Beil-Mord an Flüchtling in Haft
Lebenslange Haft für Ehepaar nach Beil-Mord an Flüchtling rechtskräftig

Rechtskräftiges Urteil: Ehepaar muss lebenslang für Beil-Mord an Flüchtling in Haft

Gut eineinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines jungen Mannes im Spessart ist das Urteil des Landgerichts Aschaffenburg gegen ein angeklagtes Ehepaar nun rechtskräftig. Die Strafkammer hatte die 33-jährige Frau und den 40-jährigen Mann im Juni 2025 zu lebenslanger Haft verurteilt. Beide hatten Revision gegen dieses Urteil eingelegt, doch der Bundesgerichtshof hat diese Entscheidung nun bestätigt.

Bundesgerichtshof bestätigt Urteil des Landgerichts

„Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofes hat das Urteil der Großen Strafkammer des Landgerichts vom 27.06.2025 bestätigt und die Revisionen der Angeklagten als unbegründet verworfen“, teilte das Landgericht Aschaffenburg in einer offiziellen Mitteilung mit. Damit ist der Rechtsweg für das Ehepaar ausgeschöpft, und die lebenslange Haftstrafe tritt endgültig in Kraft.

Die beiden Afghanen hatten am 10. August 2024 einen 18-jährigen Landsmann in der Nähe von Faulbach im Landkreis Miltenberg getötet. Das Opfer stammte ursprünglich aus Bad Münder in Niedersachsen und war offensichtlich eigens für ein Treffen mit der Familie nach Unterfranken gereist.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Motiv: Bestrafung für vermeintliche Bedrohung

Das Ehepaar lebte zur Tatzeit in einer Flüchtlingsunterkunft in Altenbuch im Landkreis Miltenberg und hat fünf Kinder. Der 18-jährige soll den damals 12-jährigen Sohn der Eheleute im Internet bei einem Onlinespiel kennengelernt haben. Laut Ermittlungen tötete das Paar den jungen Mann, weil es eine Handynachricht an den Sohn als Bedrohung empfand und den 18-Jährigen dafür bestrafen wollte.

Der Ehemann gestand die Attacke auf den 18-Jährigen mit einem Beil. Das Landgericht Aschaffenburg sah bei ihm eine besondere Schwere der Schuld, was bedeutet, dass die Strafe voraussichtlich nicht bereits nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Dies unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Tat und die gerichtliche Bewertung der Schuld.

Der Fall hat bundesweit für Aufsehen gesorgt und wirft Fragen zur Integration und Konfliktlösung in Flüchtlingsgemeinschaften auf. Die nun rechtskräftige Verurteilung markiert das Ende eines langwierigen Gerichtsverfahrens und bringt zumindest juristisch Gerechtigkeit für das Opfer und seine Angehörigen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration