Prozess gegen Marius Borg Høiby: Schlafforscher und neues mutmaßliches Opfer vor Gericht
Oslo (Norwegen) – Der siebte Verhandlungstag im Strafprozess gegen Marius Borg Høiby (29), Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52), steht heute im Zeichen von wissenschaftlichen Gutachten und neuen Zeugenaussagen. Im Mittelpunkt steht die angebliche Vergewaltigung durch Marius im Oktober 2023 auf den Lofoten, zu der ein renommierter Schlafforscher seine Expertise beisteuern wird.
Schlafforscher erklärt Einfluss von Alkohol und Drogen
Prof. Dr. Ståle Pallesen, ein bekannter Schlafforscher, wird vor Gericht darlegen, ob und inwieweit Schlafmangel, Alkoholkonsum oder Drogeneinfluss dazu führen können, dass Menschen handlungsunfähig werden. Seine Aussage soll klären, ob solche Faktoren im konkreten Fall eine Rolle gespielt haben könnten. Der Experte hatte bereits in der Vorwoche zu einem anderen Vorfall im Zusammenhang mit der sogenannten „Skaugum-Frau“ ausgesagt.
Neues mutmaßliches Opfer betritt den Zeugenstand
Am Nachmittag wird ein weiteres mutmaßliches Opfer den Zeugenstand betreten. Es handelt sich um einen neuen Fall, der sich am Palmsonntag 2024 in Oslo ereignet haben soll. Marius Borg Høiby wird beschuldigt, die Frau an diesem Tag sexuell missbraucht zu haben, ohne dass es zum Geschlechtsverkehr kam. Auch in diesem Vorfall gibt es den Verdacht, dass der Übergriff möglicherweise gefilmt worden sein könnte.
Umfangreiche Anklage und mögliche Strafe
Die Anklage gegen Marius Borg Høiby umfasst insgesamt 38 Punkte, die sich auf mehrere mutmaßliche Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe beziehen. Ihm droht bei einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von bis zu 16 Jahren. Derzeit sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Der Prozess wird voraussichtlich bis zum 19. März 2026 andauern.
Marius wirkt erschöpft und unkonzentriert
Laut Berichten von BILD-Reportern wirkte Marius Borg Høiby am gestrigen Verhandlungstag extrem müde, abgekämpft und unkonzentriert. Der Prozess scheint ihn stark zu belasten. Er selbst beschrieb die Verhandlungen als „zäh“ und bat mehrfach um Pausen. Seine Anwälte gaben an, dass er unter starken Medikamenten stehe, während seine genauen gesundheitlichen Informationen streng geheim gehalten werden. Im August 2024 hatte Marius eingeräumt, unter „mehreren psychischen Krankheiten“ zu leiden.
Es ist im Gerichtssaal verboten, Fotos von Marius Borg Høiby anzufertigen, um die Privatsphäre des Angeklagten zu wahren. Die Öffentlichkeit verfolgt den Prozess mit großer Aufmerksamkeit, da er nicht nur rechtliche, sondern auch gesellschaftliche Fragen aufwirft.



