Lübeck – Der Thomas-Mann-Preis 2026 wird in diesem Jahr an den israelischen Schriftsteller David Grossman verliehen. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung, die von der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gemeinsam gestiftet wird, soll am 25. September im Theater Lübeck feierlich überreicht werden.
Würdigung eines mutigen Schriftstellers
Der 72-jährige Literat werde für sein erzählerisches und essayistisches Werk geehrt, das in Zeiten globaler politischer Unordnung Räume für Dialog und Versöhnung schaffe, teilte die Jury mit. Grossman, der zu den bedeutendsten Stimmen der israelischen Gegenwartsliteratur zählt, habe stets den Mut bewiesen, auch in schwierigen Zeiten nach Verständigung zu suchen.
Bekannte Romane und Essays
Zu seinen wichtigsten Romanen zählen „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ aus dem Jahr 2009, der die israelisch-palästinensische Tragödie thematisiert, „Kommt ein Pferd in die Bar“ von 2016, für den er den Man Booker International Prize erhielt, und „Was Nina wusste“ aus dem Jahr 2020. In seinen Essays setzt sich Grossman immer wieder mit großer Entschlossenheit für eine politische Aussöhnung im Nahen Osten ein. Erst 2024 veröffentlichte er den Band „Frieden ist die einzige Option“. Die Jury hob hervor, dass Grossman mit seinem gesamten Schaffen ein unerschütterliches Engagement für den Frieden zeige.
Tradition des Thomas-Mann-Preises
Der Thomas-Mann-Preis wird seit 2010 im jährlichen Wechsel zwischen Lübeck und München verliehen. Die Auszeichnung erinnert an den großen deutschen Schriftsteller Thomas Mann, der 1929 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Frühere Preisträger sind unter anderem Juli Zeh, Jenny Erpenbeck, Jonathan Franzen und Navid Kermani. Die Verleihung in Lübeck, Thomas Manns Geburtsstadt, unterstreicht die enge Verbindung des Preises mit dem literarischen Erbe des Autors.



