Kantatenkirche Minzow: Hier darf jeder lautstark mitsingen
Kantatenkirche Minzow: Lautstark mitsingen erlaubt

Mit fast 70 Besuchern war die Kirche in Minzow jetzt gut gefüllt. Sie heißt ab sofort „Kantatenkirche“, sagte Initiatorin Heidrun Scherfig-Drese: kantate – singet.

Das Konzept der Kantatenkirche

Sie stellte das Konzept hinter dem Namen vor. „Besucher können die Kirche besuchen und sich einfach Kirchenmusik anhören und mitsingen. Wir haben Liederhefte dazu erstellt, damit man einfach mit Begleitung in der Kirche singen kann, sich trauen kann zu singen. Die meisten denken ja immer, man muss ganz leise sein und Andacht haben, aber man soll eigentlich singen und Gott loben in der Kirche.“

Moderne Technik in historischem Gemäuer

In diesem Gotteshaus hat moderne Technik Einzug gehalten – eine digitale Fotoausstellung neben dem Altar. Und so geht es: „Die Besucher finden ein Tablet vor, und in diesem Computer sind verschiedene Kategorien von Kirchenmusik aufgezeichnet. Daraus kann man wählen zwischen Gospel-, Bläser- und Chormusik, Orgelmusik, Orgelbläsermusik, Kantaten und Oratorien. Die Besucher können auch Gesangbuchlieder mitsingen und zwischen verschiedenen Titeln wählen, mitsingen oder zuhören, ganz wie man mag“, erklärt Heidrun Scherfig-Drese.

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Öffnungszeiten und Ausstattung

Wenn Heidrun Scherfig-Drese und Norbert Scherfig in Minzow sind, wird die Kirche von Mai bis Oktober offen sein. Herzstück ist die von einem Spezialisten installierte Musikanlage. Sie wurde genau auf diese Kirche eingestellt. Die Kosten in Höhe von rund 6000 Euro wurden zu zwei Dritteln von Spendern aufgebracht. Den Rest steuerte der Förderverein Kirche Minzow bei. Über diese Anlage kann man sogar die Silbermann-Orgel aus dem Freiberger Dom hören. Zusätzlich können Besucher auch eine digitale Ausstellung mit Naturfotos der Minzower Fotografin Sarah K. Limpächer sehen.

Geschichte der Kirche

Vor vier Jahren wurde die Kirche Minzow final restauriert. In den mecklenburger Farben wurde der Innenraum gestrichen. Die Kirche wurde 1860 bis 1862 nach Plänen des Architekten Theodor Krüger im neugotischen Stil erbaut. Das Kirchenschiff ist rechteckig und mit einem Kreuzgewölbe überspannt. Der Turm hat einen schiefergedeckten Pyramidenhelm.

Nach dem Kirchenbau wurde Minzow zur eigenständigen evangelischen Gemeinde. Die Kirche hatte anfangs zwei Glocken, von denen eine im Jahr 1940 eingeschmolzen wurde. Die verbliebene Glocke stammt ursprünglich aus der Kirchenruine Dambeck. Auch dort engagiert sich das Ehepaar Scherfig seit Jahren. Die Orgel der Kirche Minzow erbaute 1892 der Orgelbauer Julius Schwarz aus Rostock.

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