Ghislaine Maxwell verweigert Aussage vor US-Kongress im Epstein-Skandal
Maxwell verweigert Aussage vor Kongress im Epstein-Fall

Epstein-Vertraute schweigt vor Kongressausschuss

Im Zentrum der internationalen Ermittlungen zum Fall Jeffrey Epstein steht eine entscheidende Figur, die weiterhin keine Auskunft geben will. Ghislaine Maxwell, die als wichtigste Vertraute des verstorbenen Sexualstraftäters gilt, hat bei einer Anhörung vor dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses in Washington die Aussage verweigert. Diese Entwicklung behindert die Aufklärungsbemühungen erheblich, während weltweit neue Akten veröffentlicht werden und Ermittlungen laufen.

Schweigerecht nach US-Verfassung genutzt

James Comer, der republikanische Vorsitzende des zuständigen Ausschusses, bestätigte nach der Anhörung, dass Maxwell von ihrem Recht nach dem fünften Zusatzartikel der US-Verfassung Gebrauch gemacht habe. Dieser schützt Bürger davor, in Strafverfahren gegen sich selbst aussagen zu müssen. Maxwell wurde per Video aus dem Gefängnis in Texas zugeschaltet, wo sie eine 20-jährige Haftstrafe wegen ihrer Beteiligung an Epsteins Verbrechen verbüßt.

Comer betonte, er wisse nichts davon, dass Maxwell unter Druck gesetzt worden sei, um keine Fragen zu beantworten. Die Anhörung verlief damit ergebnislos, obwohl der Ausschussvorsitzende zuvor erklärt hatte, Maxwells Aussage sei für die Untersuchungen des Kongresses von zentraler Bedeutung. Die neu veröffentlichten Akten werfen zahlreiche weitere Fragen auf, doch von der Hauptbeteiligten sind vorerst keine Antworten zu erwarten.

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Anwalt spricht von politischem Theater

Bereits am 20. Januar hatte Maxwells Anwalt David Oscar Markus in einem Schreiben an Comer angekündigt, seine Mandantin werde die Aussage verweigern. Zur Begründung verwies er auf laufende juristische Verfahren. Eine Aussage unter Eid würde Maxwells verfassungsrechtliche Ansprüche gefährden und sie strafrechtlich belasten, argumentierte Markus.

Der Anwalt ging in seiner Kritik noch weiter und bezeichnete eine Anhörung unter diesen Umständen als politisches Theater und eine komplette Verschwendung von Steuergeldern. Gleichzeitig stellte er in Aussicht, dass Maxwell im Falle einer Begnadigung bereit wäre, öffentlich auszusagen. Diese Andeutung lässt vermuten, dass Maxwells Team auf einen möglichen Deal hofft.

Internationale Ermittlungen laufen weiter

Während in den USA die Aufklärung kaum vorankommt, werden weltweit die neu veröffentlichten Akten ausgewertet. Zuletzt hatten sich in den Dokumenten auch Spuren von Maxwell nach Deutschland ergeben, was die internationale Dimension des Falls unterstreicht. Die Akten werfen ein Schlaglicht auf das Netzwerk des Sexualstraftäters und werfen noch mehr Fragen auf, die nun unbeantwortet bleiben.

Maxwell soll dem inzwischen verstorbenen Epstein jahrelang Mädchen und junge Frauen zugeführt haben. Ihre Verurteilung im Jahr 2022 war ein wichtiger Schritt, doch viele Details des weitverzweigten Netzwerks bleiben im Dunkeln. Die Weigerung der Hauptzeugin, vor dem Kongress auszusagen, stellt einen weiteren Rückschlag für die vollständige Aufklärung des Falls dar, der seit Jahren die internationale Öffentlichkeit beschäftigt.

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