Mammut-Prozess um Mette-Marits Sohn: Pulsuhr-Daten als Schlüsselbeweis im Vergewaltigungsfall
Mette-Marits Sohn im Prozess: Pulsuhr als Beweis im Vergewaltigungsfall

Mammut-Prozess um Mette-Marits Sohn: Pulsuhr-Daten als Schlüsselbeweis im Vergewaltigungsfall

Oslo (Norwegen) – Der sechste Tag im Mammut-Prozess gegen Marius Borg Høiby (29), Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52), hat begonnen. Am heutigen Mittwoch stehen erneut schwere Vorwürfe im Mittelpunkt des rund sechs Wochen andauernden Strafverfahrens. Die zentrale Frage lautet: Vergewaltigte Marius im Oktober 2023 auf den Lofoten, einer Inselgruppe in Nordnorwegen, eine Frau während einer Urlaubsreise mit seinem Stiefvater, Kronprinz Haakon (52)?

Pulsuhr als entscheidendes Beweismittel

Nach der Aussage des mutmaßlichen Opfers am Dienstag wird heute ein Kripobeamter über Auswertungen von Handy- und Pulsuhr-Daten sprechen. Die Pulsuhr der Frau gilt als wichtiger Beweis, da ihre Daten Aufschluss darüber geben sollen, ob sie während des körperlichen Kontakts mit Høiby wach war oder schlief. Dies könnte die Glaubwürdigkeit ihrer Schilderungen untermauern oder widerlegen.

Die junge Frau hatte im Zeugenstand von einer beklemmenden Begegnung berichtet. Nach anfänglich einvernehmlichem Sex sei sie eingeschlafen und später unter Schmerzen aufgewacht. „Ich bin aufgewacht, weil es weh tat“, sagte sie und beschrieb es als ihren größten Albtraum. Marius hingegen spricht von durchgehend einvernehmlichem Sex.

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38 Anklagepunkte und widersprüchliche Aussagen

Insgesamt werden Marius Borg Høiby 38 mutmaßliche Strafbestände zur Last gelegt. Die schwersten davon – vier Fälle von mutmaßlicher Vergewaltigung – bestreitet er alle. Bei der Verlesung der Anklage bekannte er sich sechs Mal schuldig, sieben Mal plädierte er auf nicht schuldig, vier Mal bekannte er sich teilweise schuldig, und zwei Mal waren seine Äußerungen nicht verständlich. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 16 Jahre Haft.

Familienangehörige und Immunität

Mitten im Prozess wurde bekannt, dass Marius’ Vater Morten Borg (57) vergangene Woche von der Polizei als Zeuge vernommen wurde. Hintergrund ist ein Vorfall, der zur erneuten Festnahme seines Sohnes kurz vor Prozessbeginn führte. Marius soll eine Freundin mit einem Messer bedroht und ein Kontaktverbot verletzt haben.

Kronprinz Haakon, der mit Marius auf den Lofoten war, muss hingegen nicht aussagen. Gemäß Paragraf 37 der norwegischen Verfassung genießen königliche Prinzen und Prinzessinnen Immunität und sind nur dem König oder einem von ihm ernannten Richter verantwortlich. Dies gilt auch für Kronprinzessin Mette-Marit und den König selbst, der absolute Immunität hat.

Weiterer Verlauf des Prozesses

Die Anwälte von Marius Borg Høiby, Ellen Holager Andenaes (78) und Petar Sekuliç (54), sind bereits im Amtsgericht von Oslo eingetroffen. Der Prozess wird voraussichtlich noch mehrere Wochen andauern, wobei die Pulsuhr-Daten eine Schlüsselrolle spielen werden. Die Öffentlichkeit verfolgt die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit, da der Fall nicht nur strafrechtliche, sondern auch gesellschaftliche und politische Implikationen hat.

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