Mordprozess Fabian: Eltern sagen über Beziehung zur Angeklagten aus
Mordprozess Fabian: Eltern sagen aus

Im Prozess um den Mord an dem achtjährigen Fabian aus Güstrow wird am Donnerstag ab 9.30 Uhr das familiäre Umfeld und damit auch das Umfeld der Angeklagten erstmals näher beleuchtet. Am zweiten Verhandlungstag am Landgericht in Rostock sollen die getrennt lebenden Eltern des Jungen nacheinander als Zeugen angehört werden. Zuerst wird laut Gericht Fabians Mutter, die dem Prozess bereits als Nebenklägerin beiwohnt, ihre Aussage machen.

Trennung als mögliches Mordmotiv

Von der Mutter erhoffen sich die Ankläger und die Kammer unter anderem Angaben dazu, was der Junge über das Verhältnis des Vaters zu der Frau auf der Anklagebank wusste. Die 30-jährige Angeklagte aus einem Dorf südlich von Güstrow, der Mord „aus Heimtücke und niederen Beweggründen“ vorgeworfen wird, soll fast vier Jahre lang die Freundin des Vaters gewesen sein. Sie soll Fabian am 10. Oktober 2025 zu einem abgelegenen Wasserloch bei Klein Upahl gelockt und das Kind dort erstochen haben.

Aus der Anklage geht hervor, dass der Junge einmal an einem Wochenende bei seinem Vater war und eine „körperliche Auseinandersetzung“ zwischen der Ex-Freundin und seinem Vater gesehen haben soll. Danach soll er nicht mehr zum Vater gewollt haben, wenn die Angeklagte da war. Der Mann soll daraufhin die Partnerschaft zu der Frau beendet haben, um Fabian doch wieder zu sich holen zu können. Laut Staatsanwaltschaft könnte dies das Mordmotiv der Frau gewesen sein. Die Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen vor Gericht. Ihre Verteidiger bezweifeln ihre Schuld.

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Rolle des Vaters bislang unklar

Nach der Aussage der Mutter soll am Donnerstagnachmittag auch Fabians Vater als Zeuge gehört werden. Er ist bisher kein Nebenkläger. Zur Rolle des Vaters hatte sich die Staatsanwaltschaft bisher weitgehend bedeckt gehalten. Er war am ersten Prozesstag nicht am Gericht erschienen. Laut Anklage soll der Mann der angeklagten Ex-Freundin am 9. Oktober 2025 eine Chatnachricht geschickt haben. Darin habe er betont, dass er den Kontakt zu Fabian nicht noch einmal verlieren wolle und deshalb keine Beziehung mehr zu ihr wünsche. Einen Tag später soll der Junge getötet worden sein.

Für den Prozess im großen Verhandlungssaal in Rostock sind insgesamt 17 Verhandlungstage geplant. Zu Prozessbeginn waren etwa 80 Zuschauer in den Saal gekommen, der von zahlreichen Justizbeamten überwacht wird. Am Einlass wurden alle interessierten Besucher penibel durchsucht.

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