Prozessauftakt in Saarbrücken: Angeklagter gesteht tödliche Schüsse auf Polizisten
Prozessauftakt: Angeklagter gesteht tödliche Schüsse auf Polizist

Prozessauftakt in Saarbrücken: Angeklagter gesteht tödliche Schüsse auf Polizisten

Mit einer emotional aufgeladenen Atmosphäre hat am Landgericht Saarbrücken der Prozess um den tödlichen Schusswaffeneinsatz gegen einen Polizeioberkommissar im saarländischen Völklingen begonnen. Der 19-jährige Angeklagte räumte in seiner ersten Einlassung die tödlichen Schüsse ein, die er im August 2025 auf die Beamten abgegeben haben soll.

Verteidigung verweist auf Todesangst des Angeklagten

Der Verteidiger des Angeklagten, Michael Rehberger, schilderte zum Prozessauftakt die Beweggründe seines Mandanten. Dieser sei nach einem Tankstellenraub vor verfolgenden Polizisten geflohen. Als ein Beamter ihn gepackt habe und ein zweiter Polizist mit seiner Waffe auf ihn gezielt habe, sei sein Mandant in Todesangst geraten. „In Panik“ habe er dann die Dienstwaffe aus dem Holster des Polizeianwärters gezogen und abgedrückt.

Mehrere Schüsse habe der Angeklagte auf den 34 Jahre alten Polizeioberkommissar abgegeben, der später seinen Verletzungen erlag. Rehberger betonte: „Er fürchtete um sein Leben.“ Auch weitere Schüsse seien in dieser Situation abgegeben worden. Laut der Staatsanwaltschaft feuerte der junge Mann alle 17 Schuss aus dem Magazin der Waffe ab.

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Anklage wirft Mord und besonders schweren Raub vor

Die Anklagebehörde erhebt schwere Vorwürfe gegen den 19-Jährigen. Ihm werden Mord, versuchter Mord und besonders schwerer Raub zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft sieht in der Tat die Mordmerkmale der Grausamkeit und der Mordlust als erfüllt an. Zudem soll der Angeklagte auf die Polizisten gefeuert haben, um seine Beteiligung am Tankstellenüberfall zu verdecken.

Bei dem tragischen Vorfall wurde neben dem getöteten Polizeioberkommissar auch ein Polizeianwärter verletzt. Der Prozessauftakt zog zahlreiche Zuschauer an – alle Besucherplätze im Gerichtssaal waren belegt.

Emotionale Momente und persönliche Hintergründe

Unter den Anwesenden befand sich auch die Witwe des getöteten Polizisten, die als Nebenklägerin auftrat. Sie kämpfte während der Verhandlung immer wieder mit den Tränen, was die emotionale Belastung der Angehörigen deutlich machte.

Der Angeklagte selbst trat mit leiser Stimme und gesenktem Kopf auf. Bei seinen Personalangaben berichtete er von langjährigen psychischen Problemen. Seit der Grundschule leide er unter wiederkehrenden „schlechten Gedanken“ und Angstzuständen, weswegen er Medikamente einnehme. Im vergangenen Jahr hätten diese Gedanken und Gefühle noch zugenommen.

Der Prozess am Landgericht Saarbrücken wirft nicht nur Fragen nach den genauen Tatumständen auf, sondern auch nach dem Umgang mit psychischen Belastungen in solch extremen Situationen. Die Verhandlung wird in den kommenden Tagen fortgesetzt.

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