Vater von mutmaßlichem Opfer spricht im Prozess gegen Marius Borg Høiby: Wut und Schmerz im Gerichtssaal
Vater spricht im Prozess gegen Marius Borg Høiby: Wut im Gerichtssaal

Emotionale Aussage im Prozess gegen Marius Borg Høiby: Vater eines mutmaßlichen Opfers spricht

Im Gerichtssaal 250 des Osloer Amtsgerichts herrscht eine angespannte Atmosphäre. Es ist der neunte Verhandlungstag im Prozess gegen Marius Borg Høiby (29), den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52). Der Angeklagte sitzt seit dem 1. Februar in Untersuchungshaft und muss sich unter anderem wegen vier mutmaßlicher Vergewaltigungsfälle verantworten. Heute kommt erstmals ein direkter Angehöriger einer der betroffenen Frauen zu Wort.

Der Vater: Gefasst im Auftritt, voller Wut in den Worten

Der Mann, dessen Name aus Opferschutzgründen nicht genannt werden darf, nimmt im Zeugenstand Platz. Äußerlich wirkt er gefasst, doch seine Aussage ist von tiefem Schmerz und unterdrückter Wut geprägt. Immer wieder wendet er sich während seiner Aussage direkt an den Angeklagten. „Ich bin Vater. Wenn Marius eines Tages Vater wird, wird er wahrscheinlich genauso für seine Kinder empfinden“, sagt er mit fester Stimme. Dieser Satz sorgt im gesamten Gerichtssaal für Gänsehaut.

Der Vater schildert, wie seine Tochter ihm zunächst begeistert von ihrer ersten Begegnung mit Marius erzählt hatte. „Sie sei in der Stadt unterwegs gewesen und habe da den Prinzen kennengelernt“, berichtet er. Marius Borg Høiby ist zwar der Sohn der Kronprinzessin, trägt jedoch keinen Prinzentitel, da er aus einer früheren Beziehung von Mette-Marit stammt.

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Das mutmaßliche Opfer: Vom Schwärmen zur Trauma-Bewältigung

Die anfängliche Begeisterung der jungen Frau wich schnell der Ernüchterung, als sie von der Polizei vorgeladen wurde. Der Vater beschreibt den Moment, als seiner Tochter Ermittlungsmaterial gezeigt wurde: „Sie beschrieb, wie sie die Kontrolle über ihre Geschichte verlor.“ Mit der Veröffentlichung der Anklage seien alte Erinnerungen und Traumata wieder hochgekommen.

Die Tochter selbst ergreift ebenfalls kurz das Wort. Sichtlich angespannt, aber mit kontrollierter Stimme betont sie: „Zuallererst möchte ich kein Opfer sein.“ Sie spricht von dem immensen Stress, Teil eines solchen Verfahrens zu sein, und von den psychischen Folgen: Schlafprobleme, Angstzustände, häufiges Weinen und eine ständige Erschöpfung.

Marius Borg Høiby: Kritzeleien als Ablenkungsmanöver

Während der emotionalen Aussagen des Vaters und seiner Tochter fällt der Angeklagte durch sein Verhalten auf. Wie bereits an vorherigen Verhandlungstagen sitzt Marius Borg Høiby regungslos da und kritzelte pausenlos auf seinem Notizblock. Sein Gesicht ist nah am Papier, nur einmal ist kurz zu erkennen, was er zeichnet: einfache, wirre, bunte Kreise. Beobachter deuten dieses Verhalten als Versuch, Blickkontakt mit anderen Personen im Saal zu vermeiden und sich von den belastenden Aussagen abzulenken.

Hintergrund: Ein Prozess mit royaler Verbindung

Der Prozess gegen Marius Borg Høiby hat in Norwegen besondere Aufmerksamkeit erregt, nicht nur wegen der schwerwiegenden Vorwürfe, sondern auch wegen der familiären Verbindung zum norwegischen Königshaus. Kronprinzessin Mette-Marit besuchte ihren Sohn am 12. Februar in der U-Haft, Kronprinz Haakon (52) ist sein Stiefvater. Ein medizinischer Bericht im Verfahren wurde hinter verschlossenen Türen verlesen, für viele Details gilt ein striktes Berichterstattungsverbot.

Was öffentlich bleibt, ist das Bild einer jungen Frau, die betont, nie in eine solche Situation hineingezogen werden zu wollen, und eines Vaters, dessen Zorn im Gerichtssaal kaum zu übersehen ist. Der Prozess geht weiter – und mit ihm die hoch emotionalen Momente, die alle Beteiligten an ihre Grenzen bringen.

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