Berliner Winterdienst: Koalition fordert einheitliche Standards nach Eisglätte-Chaos
In den vergangenen Wochen hat der Winterdienst in Berlin erhebliche Mängel offenbart. Wochenlanges Frostwetter führte zu spiegelglatten Gehwegen und zahlreichen Unfällen, was nun politische Konsequenzen nach sich zieht. Die CDU- und SPD-Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus üben Druck auf den Senat aus und fordern eine grundlegende Überarbeitung der Regelungen.
Gemeinsamer Antrag für verbesserte Sicherheit
Aus einem Entwurf für einen gemeinsamen Antrag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, geht hervor, dass die Abgeordneten der Regierungskoalition künftig einheitliche Standards beim Winterdienst in Berlin etablieren möchten. CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Stettner betonte: „Wir kümmern uns um Verbesserungen beim Winterdienst, insbesondere auf den Fußwegen. Dazu bringen die Koalitionsfraktionen heute nach Beratung in den Fraktionen einen gemeinsamen Entschließungsantrag zur Evaluation des Winterdienstes ein.“ Das Ziel sei es, die bisherigen Regelungen zu überprüfen, Verbesserungen zu erreichen und Vorsorge für die kommenden Winter zu treffen.
SPD fordert grundsätzliche Reformen
SPD-Fraktionschef Raed Saleh ergänzte: „Berlin darf nicht von einer Krise in die nächste schlittern. Deshalb bleiben wir nicht bei Sofortmaßnahmen stehen, sondern haben die Regierung mit einer grundsätzlichen Reform beauftragt.“ Nach der tagelangen, zum Teil gefährlichen Eisglätte auf Berliner Gehwegen in diesem Winter wird der Senat aufgefordert, dem Abgeordnetenhaus eine Evaluation der Regelungen zum Winterdienst bis zum 1. Juni vorzulegen. Diese Evaluation soll als Grundlage für mögliche Reformmaßnahmen dienen.
Mehr Kontrollen und Bußgelder geplant
Der Antragsentwurf sieht konkrete Maßnahmen vor, um die Sicherheit zu erhöhen:
- Der Senat soll eine detaillierte Übersicht zu Glatteisunfällen und Geldbußen wegen Verstößen gegen die Räumpflicht in den vergangenen fünf Jahren vorlegen.
- Eine Auswertung der Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Krankenhäusern in diesem Zeitraum wird eingefordert.
- Aus diesen Daten sollen Schlüsse für mögliche Gesetzesänderungen gezogen und entsprechende Entwürfe erarbeitet werden.
Um die Räumpflicht durchzusetzen, sollen Kontrollen und Bußgelder erheblich verstärkt werden. Zudem soll der Senat ein Konzept entwickeln, das „einen qualifizierten Winterdienst nach einheitlichen Standards sicherstellt“.
Unterstützung durch die Berliner Stadtreinigung
Der Antragsentwurf sieht vor, dass der Senat prüfen soll, die Berliner Stadtreinigung (BSR) personell und technisch so auszustatten, dass sie gegebenenfalls für weitere Unterstützungsleistungen – insbesondere auf öffentlichen Flächen – herangezogen werden kann. Dies könnte dazu beitragen, die Effizienz des Winterdienstes in Zukunft zu steigern und die Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger Berlins zu verbessern.



