Loitz erhöht Bootshafen-Pachten: Sechs Vereine müssen künftig deutlich mehr zahlen
Bootshafen-Pachten in Loitz steigen deutlich für sechs Vereine

Loitz erhöht Bootshafen-Pachten: Sechs Vereine müssen künftig deutlich mehr zahlen

Die Bootshafenvereine in Loitz an der Peene stehen vor einer finanziellen Zäsur. Die Stadtverwaltung plant für alle sechs Vereinigungen neue, einheitliche Pachtverträge, die mit erheblichen Kostensteigerungen verbunden sein werden. Nach über zwei Jahrzehnten ohne Anpassung sollen die Nutzer der Loitzer Bootsstege und -schuppen künftig etwa dreimal so viel Geld aufbringen müssen wie bisher.

Vielzahl von Wassersportvereinen in der Peenestadt

Loitz gilt mit seiner Lage an der Peene als Hochburg des Wassersports. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl sind Angler und Bootsbesitzer dort besonders zahlreich vertreten. Insgesamt existieren sechs Vereinigungen, deren Mittelpunkt ihre Boote sind – mit zusammen mehreren Hundert Mitgliedern. Dazu zählen unter anderem der Anglerhafen Frohnergasse e.V., der Loitzer Seglerverein, der Wassersportverein „Zeitlower Kanal“ sowie die Vereine „Zum Peeneblick“ und „Am Kanal“.

Drei dieser Vereine sind im Bereich der ehemaligen Glashütte ansässig, darunter auch die Interessengemeinschaft Glashütte I. Diese verfügt als einzige über keinerlei Unterstellplätze mit Wasserzugang und hat weder Trinkwasser- noch Stromanschluss – ein Umstand, der bei der neuen Pachtregelung berücksichtigt werden soll.

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Auslöser für die Neuregelung

Die Debatte um neue Vereinbarungen wurde durch zwei Faktoren ausgelöst. Zum einen laufen bei einigen Vereinen die aktuellen Pachtverträge im nächsten Jahr aus. Zum anderen musste die Stadt bei der Bootshafenanlage an der Frohnergasse ohnehin eine neue Regelung finden, nachdem sie das Areal 2025 von der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern für 90.000 Euro gekauft hatte.

„Wir wollten dieses Filetstück nicht in fremde Hände fallen lassen und das Überleben des dortigen Vereins sichern“, erklärt ein Stadtvertreter. Der Anglerhafen Frohnergasse ist mit Abstand der größte Verein seiner Art in Loitz und hatte zwischenzeitlich um seine Zukunft gebangt, bevor die Kommune als neuer Eigentümer auftrat.

Neue einheitliche Pachtkalkulation

Die Stadtverwaltung und die Stadtvertretung streben nun eine faire Lösung für alle Vereine an. Die jährlichen Pachtbeträge sollen genau auf die jeweilige Zahl der genutzten Liegeplätze und Bootsschuppen abgestimmt werden. Damit würden künftig sämtliche Nutzer von der Basis her gleichgestellt sein.

Bau- und Ordnungsamtsleiter René Hassenstein betont: „Es geht uns um eine faire Lösung für alle.“ Dem zuständigen Ausschuss lagen Vorschläge mit mehreren Pachtvarianten vor – von durchschnittlich 50 Euro bis zu 300 Euro pro Nutzer und Jahr.

Empfohlene Pachtbeträge und Ausnahmen

Am Ende empfahl der Ausschuss für Stadt- und Ortsteilentwicklung, Bau und Verkehr einen Satz von 120 Euro pro Nutzplatz. Für die Interessengemeinschaft Glashütte I, die deutlich weniger Komfort und Infrastruktur aufweist, soll jedoch eine Ausnahme gelten: Dort sollen nur 70 Euro pro Platz fällig werden.

Ausschussvorsitzender Jens Steinfurth erläutert: „Wir schließen die Verträge mit den Vereinen ab, wie die das dann umlegen, ist deren Sache.“ Die Vereine haben interne Anteilsregelungen, die berücksichtigen, ob ein Mitglied nur einen Anlegesteg oder eine vollwertige „Garage“ für sein Wassergefährt nutzt.

Finanzielle Auswirkungen und Steueraspekte

Die neuen Pachtverträge werden ab 2027 zu erheblichen jährlichen Mehreinnahmen im Stadtsäckel führen. Es handelt sich dabei um einen fünfstelligen Betrag, wobei jedoch nicht alles in der eigenen Kasse verbleibt. Die Kalkulation beinhaltet auch die Umsatz- und Grundsteuer, die für dieses „Geschäft“ der Kommune fällig werden.

Interessant ist der zeitliche Horizont: Mit Rücksicht auf die Höhe der Belastung für den Einzelnen geht es nicht um eine schnelle Amortisierung, sondern um einen Zeitraum von Jahrzehnten. Trotzdem wird der Beitrag für jeden Nutzer erheblich steigen.

Entscheidung der Stadtvertretung steht noch aus

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat die Stadtvertretung, die das Thema voraussichtlich am 26. März abschließend beraten wird. Die endgültige Entscheidung über die Höhe der ab 2027 zu erwartenden Pachtzahlungen steht somit noch aus.

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Für die Bootsvereine in Loitz bedeutet die Neuregelung eine deutliche finanzielle Mehrbelastung, während die Stadt ihre Einnahmen aus der Verpachtung erheblich steigern kann. Die Balance zwischen fairen Bedingungen für die Vereinsmitglieder und den finanziellen Interessen der Kommune bleibt eine Herausforderung für alle Beteiligten.