Kontroverse Einladung zum Ramadan-Fastenbrechen im Rathaus Reinickendorf
Die Reinickendorfer Bürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner von der CDU hat für den 9. März zu einer Veranstaltung zum Fastenbrechen im Ramadan ins Rathaus eingeladen. In ihrer Einladung betont sie, dass der Ramadan an die Bedeutung von Gemeinschaft und gegenseitiger Fürsorge erinnere. Diese Geste des interreligiösen Dialogs stößt jedoch auf massive Kritik, da unter den eingeladenen Organisationen auch Moscheegemeinden sind, die vom Verfassungsschutz als islamistisch eingestuft werden.
Problematische Moscheegemeinden auf der Gästeliste
Zu den eingeladenen Gästen gehören die Reinickendorfer "Medine Moschee" und die "Tegel Selimiye"-Moschee. Die Medine Moschee ist Teil der "Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş" (IGMG), die vom deutschen Verfassungsschutz als islamistische Organisation überwacht wird. Die IGMG lehnt die westliche Demokratie offen ab und bezeichnet sie als "Ordnung des Unrechts", die durch eine islamische "gerechte Ordnung" ersetzt werden soll.
Die "Tegel Selimiye"-Moschee gehört zur "Türkisch-Islamischen Union für Religion" (DITIB), die direkt von der türkischen Regierung gesteuert wird. Kritiker werfen der DITIB vor, in Berlin Gläubige nationalistisch, islamistisch und antisemitisch zu indoktrinieren. Beide Organisationen stehen damit im klaren Widerspruch zu demokratischen Grundwerten wie Freiheit, Gleichberechtigung und Pluralismus.
Politische Reaktionen und Kritik
Der Bezirksverordnete David Jahn von der FDP reagierte empört auf die Einladung: "Es ist inakzeptabel, dass das Bezirksamt problematischen Organisationen wie DITIB und IGMG eine Bühne bietet", erklärte er. Die Einladung dieser Gruppen zu einer offiziellen Rathausveranstaltung sende das falsche Signal und verharmlose deren antidemokratische Haltungen.
Auf Nachfrage verteidigte Bürgermeisterin Demirbüken-Wegner ihre Entscheidung. Sie teilte mit, dass ihr "bezüglich der Reinickendorfer Moscheegemeinden" keine konkreten Hinweise oder Verdachtsmomente aus Quellen der Ermittlungsbehörden vorlägen. Allerdings ist bekannt, dass diese Moscheevereine bereits im Juli 2025 zum "Fest der Religionen" vom Bezirksamt Reinickendorf eingeladen wurden.
Widersprüchlicher Umgang mit Sicherheitsbedenken
Interessant ist der unterschiedliche Umgang der Bürgermeisterin mit verschiedenen Sicherheitsaspekten. Einerseits hat sie die Polizei um eine "Gefährdungsbeurteilung" gebeten, ob unter den Gästen potenzielle Gewalttäter sein könnten. Andererseits scheint sie sich nicht daran zu stören, dass sie Ideologen einlädt, die die grundlegenden Werte der Demokratie, der Gleichberechtigung und der Freiheit offen verachten.
Dieser selektive Umgang mit Sicherheitsbedenken wirft Fragen auf. Warum werden mögliche physische Gefahren durch Einzelpersonen geprüft, während die ideologische Gefahr durch Organisationen, die unsere demokratische Ordnung ablehnen, ignoriert wird? Die Bürgermeisterin lädt damit bewusst Vertreter von Gruppen ein, deren Weltbild im fundamentalen Widerspruch zu den Werten steht, die sie als kommunale Repräsentantin eigentlich verteidigen sollte.
Die Kontroverse zeigt die schwierige Balance zwischen interreligiösem Dialog und der notwendigen Abgrenzung von extremistischen Positionen. Während der Dialog mit muslimischen Gemeinden wichtig ist, muss dabei klar sein, wo die roten Linien verlaufen. Organisationen, die unsere demokratische Grundordnung ablehnen, haben an offiziellen Veranstaltungen einer demokratisch gewählten Kommunalverwaltung nichts verloren.



