Dauercamper in Grambin fordern endlich Klarheit vor Ablauf der Kündigungsfrist
Ziemlich genau ein Jahr nach ihrem letzten großen Auftritt sind in dieser Woche erneut zahlreiche Dauercamper zur Sitzung der Gemeindevertretung in Grambin gekommen. Der Konflikt um den Campingplatz schwelt seit zwölf Monaten, und die Betroffenen machen sich zunehmend Luft. Obwohl weniger Menschen als beim letzten Mal anwesend waren, mussten zusätzliche Stühle aus dem Nebenraum geholt werden, um allen Platz zu bieten.
Existenzängste und ungeklärte Fragen
Für das Pächter-Ehepaar Elke und Steffen Schmidt geht es um die berufliche Existenz. Die Kündigung ihres Pachtvertrags durch die Gemeinde wird zum 31. März 2026 wirksam – also in nur einem Monat. Bislang wurde jedoch weder die Kündigung zurückgenommen noch ein unterschriftsreifer neuer Vertrag vorgelegt. Diese Unsicherheit belastet nicht nur die Pächter, sondern auch die Dauercamper, die seit Monaten auf klare Verhältnisse warten.
Kritik an mangelnder Kommunikation
Roland Zelmer, Vorsitzender des Bauausschusses, äußerte gleich mehrere Kritikpunkte. „Weder beim Haushalt noch bei der Pachtangelegenheit bin ich als Vorsitzender des Bauausschusses informiert oder gefragt worden“, monierte er. Ein angekündigtes Gutachten sei nicht vorgelegt worden, und eine Zusammenarbeit zwischen Gemeindevertretung und Bauausschuss finde seiner Ansicht nach nicht statt. Zelmer wünschte sich, dass diese Themen in der nächsten Sitzung des Bauausschusses nicht-öffentlich besprochen werden. Bürgermeisterin Simone Stein verwies hingegen auf die Sprechstunde, die er nutzen könne.
Dauercamper fordern Transparenz
Marita Ranke, eine Dauercamperin aus Ferdinandshof, fragte nach der Rechtfertigung für eine Pacht von 54.000 Euro. „Dass die Gemeinde Schulden hat, ist bekannt. Auf diesem Weg können sie aber nicht behoben werden“, betonte sie. Ein weiterer Dauercamper unterstützte ihre Forderung nach endlicher Klarheit: „Was dauert denn daran so lange? Über ein Jahr mittlerweile. Es muss endlich Klarheit geschaffen werden!“
Komplexe Vertragsverhandlungen
Gemeindevertreter Marvin Schenkel versuchte zu beruhigen und erklärte die Komplexität der Situation. „Ich würde Ihnen liebend gern den Vertragsentwurf zeigen. Der Pachtvertrag ist um einiges komplizierter als ein Mietvertrag. Es müssen Details und Rechtsfragen geklärt werden“, sagte er. Der Pachtvertrag müsse erneuert werden, und öffentliche Diskussionen würden die Situation nicht verbessern.
Gerüchte und Ungewissheit
Ein weiterer Dauercamper äußerte seine Besorgnis über die anhaltende Ungewissheit: „Wenn ich einen Pachtvertrag kündige, dann habe ich als Gemeinde einen Plan, was ich damit vorhabe. Wenn aber ein Jahr später weiterhin nicht klar ist, wohin die Reise geht, dann machen sich Gerüchte breit.“ Schenkel versicherte, dass im Falle einer Umsetzung der Kündigung die Verträge der Dauercamper auf die Gemeinde übergehen würden.
Zeitdruck und nächste Schritte
Dauercamper Dirk Rohde fragte nach einem Zeitplan für die nächsten vier Wochen, „um die Kuh vom Eis zu bekommen“. Bürgermeisterin Simone Stein erklärte, dass die Kündigungszeit am 1. April ende. „Wir beabsichtigen, den Vertrag vorher abzuschließen. Vor 14 Tagen sind wir bis zur Feinabstimmung gekommen, die wollen wir jetzt im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung im Anschluss mit unserem Anwalt klären“, sagte sie.
Uneinigkeit in der Gemeindevertretung
Gemeindevertreter Wolf Dieter Schindler merkte an, dass auch die Gemeindevertretung nicht immer einer Meinung sei. „Deshalb haben wir als Gemeinde zum Thema kein Statement abgegeben“, erklärte er. Diese interne Uneinigkeit trägt zur allgemeinen Verunsicherung bei und unterstreicht die Dringlichkeit einer baldigen Lösung.
Während die Saison für den Campingplatz Grambin allmählich beginnt, können Buchungen theoretisch nur angenommen werden, wenn ein gültiger Pachtvertrag besteht. Die kommenden Wochen werden daher entscheidend sein, um endlich Klarheit für alle Beteiligten zu schaffen.



