Vom linken Aktivisten zum seriösen Brückenbauer: Das ist OB-Kandidat Dominik Krause
Dominik Krause: Vom Aktivisten zum Brückenbauer

Vom linken Aktivisten zum seriösen Brückenbauer: Das ist OB-Kandidat Dominik Krause

Am 8. März 2026 entscheiden die Münchner Bürgerinnen und Bürger über ihren neuen Oberbürgermeister. Die Grünen setzen dabei auf Dominik Krause, den aktuellen Zweiten Bürgermeister der Stadt. Der 1990 geborene Politiker hat eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen – vom einstigen linken Aktivisten zum heutigen seriösen Brückenbauer im Rathaus.

Privatleben und beruflicher Werdegang

Dominik Krause wuchs in München-Obermenzing auf und lebt heute mit seinem Partner Sebastian Müller, einem Arzt, im Stadtteil Giesing. Die beiden lernten sich bereits mit 17 Jahren in einer Tanzschule kennen und planen zu heiraten. Krause absolvierte sein Abitur am Louise-Schröder-Gymnasium, leistete Zivildienst an einer Montessori-Schule und studierte anschließend Physik.

Politische Karriere mit überraschenden Wendungen

Krauses politischer Weg begann 2012 als Chef der Grünen Jugend München. 2014 zog er erstmals in den Stadtrat ein, übernahm 2019 den Münchner Parteivorsitz der Grünen und wurde 2022 Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Die größte Überraschung folgte im Oktober 2023, als er nach dem überraschenden Weggang von Katrin Habenschaden in die Privatwirtschaft zum Zweiten Bürgermeister Münchens und Stellvertreter von Dieter Reiter (SPD) ernannt wurde.

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Wandel der politischen Positionen

Interessant ist die Entwicklung von Krauses politischem Profil. Früher galt er als linker Politiker, der sich durch ruppige Polizeieinsätze bei Neonazi-Demonstrationen politisiert hatte. Heute wird er im Rathaus eher als seriöser Brückenbauer wahrgenommen, der weniger mit radikalen Forderungen auffällt. Bereits an seinem ersten Amtstag als Bürgermeister besuchte er Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Im aktuellen Wahlkampf setzt Krause auf pragmatische Vorschläge: Er spricht sich für Überlegungen aus, Ticketautomaten in der Münchner U-Bahn abzubauen und stattdessen Senioren über 80 Jahren kostenlose Fahrten zu ermöglichen. Zudem schlägt er vor, Autos von der Ludwigstraße zurückzudrängen.

Kritik und kurioses Verhalten

Kurz nach seinem Amtsantritt geriet Krause in die Kritik, als er halb im Scherz das Oktoberfest als "größte offene Drogenszene der Welt" bezeichnete. Ernsthafte Skandale blieben dem als überkorrekt geltenden Politiker jedoch bisher erspart. Allerdings mäkeln manche Parteifreunde, dass er sich seit seiner Zeit im Amt kaum noch traue, vehemente Positionen zu vertreten, die auch auf Widerspruch stoßen könnten.

Eine Besonderheit: Anders als seine Vorgänger verzichtet Krause bewusst auf einen Dienstwagen mit Fahrer – obwohl ihm dieser zustünde. Stattdessen nutzt er öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder bei Bedarf Taxis und Carsharing-Angebote. "Das geht in der Regel einfach am schnellsten", begründet er diese Entscheidung.

Ausblick auf die OB-Wahl

Mit Dominik Krause stellen die Grünen einen Kandidaten auf, der sowohl über langjährige kommunalpolitische Erfahrung als auch über die Fähigkeit verfügt, Brücken zwischen verschiedenen politischen Lagern zu schlagen. Seine Entwicklung vom linken Aktivisten zum pragmatischen Brückenbauer könnte ihm in der heterogenen Münchner Stadtgesellschaft zum Vorteil gereichen. Die Wahl am 8. März 2026 wird zeigen, ob die Münchner Bürgerinnen und Bürger diesem Weg folgen wollen.

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