Feuerwehr Kuhs: Seit 150 Jahren ohne Sanitäranlagen und mit Platzproblemen
Feuerwehr Kuhs: 150 Jahre ohne Toilette und Waschbecken

Feuerwehr Kuhs: Seit 150 Jahren ohne Toilette und Waschbecken

Wer vor dem Feuerwehrgebäude in Kuhs bei Güstrow steht, traut seinen Augen kaum. Im Jahr 2026 besteht die Anlage aus einem uralten, winzigen Gebäude und zwei Containern. Das Gebäude bietet gerade so Platz für den Mannschaftswagen der örtlichen Feuerwehr, während das brandneue Tragkraftspritzenfahrzeug (TSFW) in einer externen Lagerhalle geparkt werden muss.

Platzmangel und fehlende Sanitäranlagen

Für das TSFW, das die Feuerwehrleute in Kuhs vor zwei Jahren aus dem Landesprogramm Mecklenburg-Vorpommern erhielten, gibt es keinen Stellplatz. „Das ist aktuell in einer extern angemieteten Lagerhalle geparkt. Wenn wir einen Einsatz haben, müssen wir das dort erst abholfen“, erklärt Bürgermeister Ulf Kalisch, der gleichzeitig Wehrführer ist. Dabei geht wertvolle Zeit verloren, die im Ernstfall entscheidend sein könnte.

Noch gravierender ist der Mangel an Sanitäranlagen. „Die Feuerwehr Kuhs hat seit 40 Jahren – nein, eigentlich seit ihrem Bestehen, also seit 150 Jahren – keine Toiletten und Sanitärräume“, gesteht Kalisch. Diese Zustände sind für eine moderne Feuerwehr unhaltbar und beeinträchtigen den Alltag der Einsatzkräfte.

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Geplanter Neubau mit Verzögerungen

Seit drei Jahren verfügt die Gemeinde über eine Baugenehmigung für ein neues Feuerwehrgebäude, doch die Bauarbeiten konnten bisher nicht starten. Anfang Februar erhielt Kuhs einen Fördermittelbescheid über 178.500 Euro aus einem neuen 50-Millionen-Euro-Programm für Feuerwehrgerätehäuser. „Der Bescheid wurde uns schon vor einem Jahr und drei Monaten zugesagt. Und eigentlich waren wir dann startklar – aber nach dem alten Programm. Nun wurde ja alles neu erfunden“, so Kalisch.

Die neuen Regelungen, die durch Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes gelten, kommen für Kuhs zur Unzeit, da das dringend benötigte Gebäude nach den alten Programmen bereits geplant war. Das geplante „Multifunktionsgebäude“ soll insgesamt 412.000 Euro kosten, mit zusätzlicher Unterstützung vom Landkreis und Eigenmitteln der Gemeinde.

Bauabschnitte und Hoffnung auf Besserung

Um überhaupt beginnen zu können, wurde das Projekt in zwei Bauabschnitte unterteilt. Im ersten Bauabschnitt sollen entstehen:

  • Eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen
  • Ein Technikraum mit kleiner Werkstatt
  • Wenigstens eine Toilette

Die Sanitärräume, Schulungsräume und ein Büro sind für den zweiten Bauabschnitt vorgesehen. Die Feuerwehr in Kuhs hat 15 aktive Kameraden und ist trotz der nur 320 Einwohner der Gemeinde eine wichtige Stütze, da sie auch in Nachbarorten bei Einsätzen hilft.

Das neue Gebäude soll auf einer Wiese gegenüber dem aktuellen Standort entstehen. „Ich hoffe, in einem Jahr ist der erste Bauabschnitt fertig. Wir wollen einen Teil der Arbeiten für das neue Feuerwehrgebäude in Eigenleistung erbringen“, sagt Kalisch. Wann der zweite Teil fertig sein wird, ist noch unklar, aber die Hoffnung auf eine baldige Verbesserung der Zustände bleibt.

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