Gedenken in München: Bürgermeister Krause erinnert an Opfer des Verdi-Anschlags
Am Freitagmittag versammelten sich Hunderte Menschen in der Seidlstraße in München, um der Opfer eines tragischen Anschlags zu gedenken. Die Stimmung war geprägt von Trauer und Solidarität, als Teilnehmer Blumen niederlegten, Kerzen anzündeten und sich an den Händen hielten. Vor einem Jahr, am 13. Februar 2025, raste an dieser Stelle ein Mann mit einem weißen Mini in das Ende eines Verdi-Demonstrationszuges, wobei zwei Menschen starben und 44 weitere teils schwer verletzt wurden.
Bürgermeister Krause betont Fokus auf die Opfer
Bürgermeister Dominik Krause von den Grünen, der in Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters Dieter Reiter von der SPD sprach, hob hervor, dass an diesem Tag nicht der Täter im Mittelpunkt stehe. "Heute erinnern wir an Amel und an Hafsa und an alle, die seit diesem Tag mit den Folgen leben müssen", erklärte er mit ernster Stimme. Amel, eine 37-jährige Ingenieurin, die im Alter von vier Jahren von Algerien nach Deutschland kam, starb an den schweren Verletzungen des Aufpralls. Ihre zweijährige Tochter Hafsa, die gerade erst begonnen hatte, ihre ersten Sätze zu sprechen, wurde ebenfalls aus dem Leben gerissen.
Krause beschrieb Amel als eine Frau, die an Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Solidarität glaubte, und betonte, dass Hafsa mutig durchs Leben hätte gehen sollen – so wie ihre Mutter. Er rief dazu auf, die Erinnerung an die beiden wachzuhalten und bot Unterstützung für diejenigen an, die im laufenden Prozess gegen den Attentäter aussagen müssen.
Emotionale Momente und stille Einkehr
Laut Polizei waren etwa 350 Menschen zur Gedenkveranstaltung gekommen. Nach Krauses Rede trat Claudia Weber, die Münchner Verdi-Geschäftsführerin, auf die Bühne und führte die Zuhörenden in einem Moment des Schweigens gedanklich an den Flaucher, einen Ort, den die Familie gern besuchte. Heute erinnert dort eine Bank an Amel und Hafsa. Gemeinsam mit Krause legte Weber Blumen in der Seidlstraße nieder, während viele Teilnehmer innehalten, die Arme verschränken oder sich die Tränen aus den Augen wischten.
Die Veranstaltung diente ausschließlich dem Gedenken an die Opfer und ihre Angehörigen, unterstreichend, wie tief die Wunden dieses Anschlags in der Gemeinschaft noch immer sind. Die Stadt München zeigt sich solidarisch und bereit, den Betroffenen in dieser schweren Zeit beizustehen.



