Haushaltsdebatte in Grambin: Barrierefreier Strandzugang sorgt für Kontroverse
Grambin: Barrierefreier Strandzugang sorgt für Diskussion

Haushaltsplanung mit Hindernissen in der Haff-Gemeinde

Die Gemeindevertretung von Grambin am malerischen Stettiner Haff hat nach intensiven Beratungen den Haushaltsplan für das Jahr 2026 verabschiedet. Dieser Entscheidungsprozess war geprägt von finanziellen Herausforderungen und kontroversen Diskussionen über notwendige Investitionen. Besonders der geplante barrierefreie Zugang zum örtlichen Strand entwickelte sich zu einem zentralen Streitpunkt in den Verhandlungen.

Defizitärer Haushalt mit ambitionierten Projekten

Der Haushaltsplan für 2026 weist sowohl im Ergebnishaushalt ein Minus von 433.200 Euro als auch im Finanzhaushalt ein Defizit von 460.500 Euro aus. Trotz dieser angespannten finanziellen Lage plant die Gemeinde mehrere bedeutende Investitionen in die lokale Infrastruktur. Das mit Abstand größte Vorhaben ist der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses, für das beeindruckende 970.000 Euro veranschlagt wurden.

Weitere geplante Ausgaben umfassen den Erwerb eines Festzeltes für kommunale Veranstaltungen, den Ausbau der Straßenbeleuchtung sowie verschiedene Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen. Lisa Thiele aus der Kämmerei des Amtes erläuterte detailliert: „Im investiven Bereich wird die Erneuerung der Straßenbeleuchtung deutlich mehr Geld kosten als ursprünglich geplant. Statt der angesetzten 11.000 Euro müssen wir nun mit 50.000 Euro rechnen.“

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Kostenexplosion bei geplantem Jubiläumsfest

Für das geplante Fest zum 575. Jubiläum der Gemeinde sind ebenfalls zusätzliche Mittel eingeplant worden. „Wir haben den Leierkastenmann mit 3.000 Euro in den Haushalt aufgenommen“, so Thiele weiter. „Damit erhöhen sich die Planwerte für das Fest auf insgesamt 10.000 Euro, wozu noch 200 Euro GEMA-Kosten kommen.“ Eine Förderung durch das Land in Höhe von 6.000 Euro wurde bereits zugesagt und entsprechend berücksichtigt.

Im laufenden Betrieb sind zahlreiche weitere Ausgabenpositionen veranschlagt, darunter die Sanierung von Fenstern in der Thälmann-Straße 31 mit 75.000 Euro, Ausbesserungen der Gehwege für 17.000 Euro, Baumfällarbeiten im Wert von 10.000 Euro und die Bereifung des TSFW für 3.000 Euro. Dazu kommen drei Führerscheine für das neue LF10 mit 14.000 Euro, 11.000 Euro für persönliche Schutzausrüstung sowie der B-Plan für den Campingplatz mit 80.000 Euro.

Barrierefreier Strandzugang als Streitthema

Inmitten dieser umfangreichen Ausgabenliste vermisste Gemeindevertreter Wolf Steffen Schindler einen entscheidenden Posten: die Kosten für einen barrierefreien Zugang zum Strand. Der Bauausschuss hatte zuvor beschlossen, feste Matten auf den Strand zu legen, um Menschen mit Rollstühlen den Weg bis ans Wasser zu ermöglichen. Dieser Beschluss fand jedoch zunächst keinen Eingang in den Haushaltsplan.

Bürgermeisterin Simone Stein erklärte dazu: „Im Finanzausschuss wurde die fehlende Zuarbeit aus dem Bauausschuss für die Kostenkalkulation der Matten bemängelt. Deshalb taucht dieser Posten momentan nicht im Haushalt auf.“ Schindler ließ diese Argumentation nicht gelten und verwies auf bereits diskutierte Anschaffungskosten von etwa 12.000 Euro für die speziellen Matten.

Kompromissfindung nach hitziger Debatte

„Planungskosten kommen nicht in Betracht“, betonte Schindler entschieden. „Zwar muss der Naturschutz berücksichtigt werden, aber es entstehen keine Planungskosten wie bei einer festen Baumaßnahme.“ Diese Position fand Unterstützung bei Gemeindevertreter Marvin Schenkel, der deutlich machte: „Das war ein Beschluss! Wir müssen lediglich die Anschaffungskosten in den Haushalt aufnehmen.“

Nach intensiven Diskussionen einigte sich die Gemeindevertretung schließlich auf einen Kompromiss: Die Nachtragsmaßnahme für den barrierefreien Strandzugang wird ins Protokoll aufgenommen, und parallel sollen Fördermittel für dieses wichtige Inklusionsprojekt eingeworben werden. Damit bleibt die Möglichkeit eines rollstuhlgerechten Zugangs zum Grambiner Strand weiterhin auf der Agenda, auch wenn die konkrete Finanzierung noch geklärt werden muss.

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In der benachbarten Gemeinde Mönkebude existiert bereits eine hölzerne Zuwegung zum Wasser, die über die Wintermonate entfernt wird. Ein ähnliches Konzept ist nun auch für Grambin in Diskussion, wobei die speziellen Strandmatten eine dauerhaftere Lösung darstellen sollen. Die Debatte um Prioritäten bei knappen kommunalen Mitteln wird in der Haff-Gemeinde sicherlich weitergehen.