Grüne warnen vor Kürzungen: Neustrelitzer Kulturquartier in Gefahr
Die geplanten Einsparungen im Haushalt der Stadt Neustrelitz könnten das soziokulturelle Leben der Stadt erheblich beeinträchtigen. Der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen hat in einer öffentlichen Stellungnahme scharfe Kritik an den Sparplänen geäußert, die das Kulturquartier der Stadt betreffen.
Zuschüsse sollen auf Niveau von 2016 zurückgefahren werden
Im Zentrum der Kritik steht der Beschluss der Stadtvertretung, die Zuschüsse für das Kulturquartier auf das Niveau des Jahres 2016 zurückzufahren. Diese Entscheidung würde nach Ansicht der Grünen zu einer erheblichen Schwächung der kulturellen Infrastruktur führen und die Lebensqualität in Neustrelitz beeinträchtigen.
Das Kulturquartier dient als multifunktionaler Ort, der als öffentliche Bibliothek, Museum, Archiv und außerschulischer Bildungsort fungiert. Es bietet allen Generationen Zugang zu Bildung, Kultur und sozialem Austausch und stellt einen zentralen Treffpunkt für Bürger, Schulen, Vereine und Stadtgäste dar.
Mehr als nur eine freiwillige Aufgabe
In ihrer Stellungnahme betonen die Grünen, dass das Kulturquartier weit mehr sei als eine freiwillige kommunale Aufgabe. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Orte der Bildung und Gemeinschaft essenziell für gesellschaftliche Teilhabe“, heißt es in der Erklärung.
Der Ortsverband warnt konkret vor folgenden möglichen Folgen der Mittelkürzung:
- Einschränkungen bei der Qualität der Angebote
- Reduzierung des Programmangebots
- Verkürzung der Öffnungszeiten
- Schwächung der gesamten kulturellen Infrastruktur
Konkrete finanzielle Auswirkungen
Auch die Geschäftsführung des Kulturquartiers hat sich zu den Plänen geäußert. Die Entscheidung der Stadtvertretung bedeutet eine Verringerung der städtischen Mittel um 160.000 Euro auf insgesamt 920.000 Euro jährlich.
Die Geschäftsführung betont, dass sie die dramatische Haushaltslage der Kommune durchaus anerkenne und wisse, dass das Kulturquartier zu den freiwilligen Aufgaben gehöre. Dennoch bedauere sie die Entscheidung zutiefst.
Kostensteigerungen durch Lohnanpassungen
Laut Gesellschaftsvertrag werden die Miet-, Betriebs- und Personalkosten des Kulturquartiers durch die städtischen Zuschüsse gedeckt. Diese Kosten sind seit 2016 ausschließlich aufgrund gesetzlicher und tariflicher Lohnanpassungen gestiegen.
Im Bereich der Gebäude-, Betriebs- und IT-Kosten habe es ebenfalls erhebliche Kostensteigerungen gegeben. Das Kulturquartier habe diese jedoch durch verschiedene Maßnahmen kompensiert:
- Durchführung von Sparmaßnahmen
- Steigerung eigener Einnahmen im Café und Shop
- Erhöhung der Einnahmen durch Vermietungen
Bemühungen um Betriebssicherung
Um den Betrieb der Einrichtung trotz der Kürzungen zu sichern, werden bestehende Sparmaßnahmen weitergeführt und zusätzliche Einsparmöglichkeiten geprüft. Die Geschäftsführung hat die Stadtvertreter bereits auf mögliche Folgen der Kürzung hingewiesen.
Ein ermutigendes Signal sei jedoch, dass trotz der geringeren Zuschüsse kein Bereich des Hauses geschlossen werden soll, wie aus der Stadtvertretung verlautet. Dies gebe dem Team des Kulturquartiers Hoffnung für die Zukunft.
Die Grünen appellieren abschließend an die Stadt, das Kulturquartier weiterhin vollständig zu unterstützen, da es maßgeblich zur Lebensqualität und Attraktivität von Neustrelitz beitrage. Sie fordern eine Neubewertung der Prioritäten im städtischen Haushalt, um dieses kulturelle Zentrum zu erhalten.



