Lychen: Kita-Betrieb mit DRK-Träger für zwei Jahre gesichert – Stadtverordnete stimmen Kompromiss zu
Lychen: Kita-Betrieb mit DRK-Träger für zwei Jahre gesichert

Kita-Betrieb in Lychen vorerst gerettet: Zwei-Jahres-Vertrag mit DRK beschlossen

In der Flößerstadt Lychen herrscht Erleichterung bei Eltern und Erzieherinnen: Der Betrieb der städtischen Kita „Cohrs-Stift“ ist für die kommenden zwei Jahre gesichert. Die Stadtverordneten haben in einer Sitzung im „Alten Kino“ einstimmig einem Trägerschaftsvertrag mit dem DRK-Kreisverband Uckermark West/Oberbarnim e.V. zugestimmt, der den Kita-Betrieb bis zum Ende des Jahres 2027 sicherstellt.

Finanzielle Herausforderungen und politischer Kompromiss

Die Entscheidung beendet eine monatelange Unsicherheit, die im November vergangenen Jahres begann, als das DRK signalisierte, den Kita-Betrieb kündigen zu wollen. Der freie Träger begründete dies mit unzureichender Finanzierung, die den Betrieb zu einem Zuschussgeschäft werden ließ. In der Folge entwickelte sich eine intensive politische Debatte, an der auch Bürger in einer Bürgerversammlung beteiligt waren.

Bürgermeisterin Karola Gundlach (parteilos) legte den Stadtverordneten zunächst einen Entwurf für einen Jahresvertrag 2026 vor, um Zeit für eine langfristige Lösung zu gewinnen. Dieser sah eine Verdoppelung des Betriebskostenzuschusses von etwa 90.000 auf 180.000 Euro vor – eine Herausforderung angesichts der angespannten Haushaltssituation der Stadt.

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Von einem Jahr auf zwei Jahre: Sicherheit für Arbeitsplätze

Im Hauptausschuss wurde jedoch deutlich, dass ein Ein-Jahres-Vertrag nicht ausreicht. Bürgermeisterin Gundlach erklärte, dass die Stadt bereits Mitte 2026 eine dauerhafte Lösung hätte vorschlagen müssen, da das DRK sonst gezwungen wäre, langzeitbeschäftigten Erzieherinnen spätestens im Mai zu kündigen. „Wir empfehlen daher, einen Vertrag für zwei Jahre abzuschließen“, sagte Gundlach. Diese Variante biete den Mitarbeiterinnen Sicherheit für ihre Arbeitsplätze.

Die Stadtverordneten zeigten sich kompromissbereit, diskutierten jedoch intensiv über die finanziellen Auswirkungen. Alexander Köppen (SPD) fragte nach, ob der Beschluss einen Zuschuss von 180.000 Euro pro Jahr bedeute, was die Bürgermeisterin bestätigte. Uwe Lorenz (CDU) warnte vor einer enormen Belastung des Stadthaushalts: „Wir müssen ehrlich sein. Es kann passieren, dass freiwillige Leistungen gekürzt oder gestrichen werden.“

Einstimmige Zustimmung und verbleibende Herausforderungen

Letztlich stimmten alle Stadtverordneten geschlossen für den Zwei-Jahres-Vertrag. Nico Brückmann, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes, der die Debatte verfolgt hatte, begrüßte die Entscheidung: „Sie gibt uns die wirtschaftliche Möglichkeit, den Betrieb fortzusetzen.“ Für die 75 Kinder und ihre Eltern sowie die Mitarbeiter ist dies ein positives Signal.

Brückmann wies jedoch darauf hin, dass die grundlegenden Herausforderungen bleiben: „Die Probleme bei der Kitafinanzierung durch das Land sind ungeklärt.“ Der aktuelle Entwurf für ein neues Kita-Gesetz lasse nichts Gutes ahnen, sodass beide Seiten weiter nach nachhaltigen Lösungen suchen müssen. Die vorläufige Rettung der Kita markiert somit einen wichtigen Schritt, aber keine endgültige Lösung für die Finanzierungsfragen in der Kinderbetreuung.

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