München zahlt fast 900.000 Euro für externe Sparberater - Kritik an 'wilden Kürzungsideen'
München: Fast 900.000 Euro für externe Sparberater

München investiert hohe Summen in externe Sparberater

Die Stadt München gibt für externe Sparberater, die in den städtischen Referaten nach Einsparpotenzialen suchen, bis zu 870.000 Euro aus. Diese teils als "wilde Kürzungsideen" kritisierten Vorschläge der Beraterfirma "PD – Berater der öffentlichen Hand" sorgen seit fast einem Jahr für öffentliche Kontroversen.

Kritik von Politikern und verschobene Diskussion

Grünen-Bürgermeister Dominik Krause bezeichnete die Vorschläge der Berater als "wilde Kürzungsideen", während SPD-Fraktionschefin Anne Hübner die Berater als "Spar-Truppe" kritisierte und erklärte, man wolle diese Vorschläge gar nicht umsetzen. Die endgültigen Sparvorschläge sollen erst nach der kommenden Wahl diskutiert werden, obwohl ursprünglich eine Diskussion im ersten oder zweiten Quartal geplant war.

Konkrete Zahlen und unklare Gesamtkosten

Für das Haushaltsjahr 2025 hat der Münchner Stadtrat "bis zu" 870.000 Euro für zusätzliche Beratungsleistungen bewilligt. Diese Mittel sollen entweder für die bestehende innerstädtische Organisationsberatung oder für externe Beratung ausgegeben werden. Die Kämmerei kann jedoch noch nicht sagen, wie viel die Stadt konkret für die Spar-Arbeit der "PD" ausgeben wird. "Was davon insgesamt abgerufen wird, wissen wir dann nach Projektabschluss", erklärt ein Sprecher der Kämmerei.

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Eigene Berater-Einheit als Alternative

Parallel zu den externen Beratern hat die Stadt München ihre eigene Berater-Einheit "consult.in.M." ausgebaut. Diese wurde 2025 um insgesamt 10 Vollzeitstellen erweitert und beschäftigt nun 26 Mitarbeiter mit 22,2 Vollzeitäquivalenten. Um diese Erweiterung zu finanzieren, mussten die städtischen Referate Personalstellen abgeben.

Ziel: Millionen an Beraterkosten sparen

Das Ziel des Ausbaus ist es, die Vergabe von Aufträgen an teure externe Beraterfirmen zu minimieren und bis zu achtzig Prozent der benötigten Beratung intern zu erledigen. Damit wollte die Stadt jährlich rund eine Million Euro einsparen. Eine Anfrage der grün-roten Rathauskoalition hatte ergeben, dass München zwischen 2018 und 2022 insgesamt 34,11 Millionen Euro für externe Berater ausgegeben hatte.

Erfolgsbilanz der internen Berater

Im Jahr 2025 hat "consult.in.M." 150 Beratungsaufträge erledigt – eine Steigerung um 188 Prozent im Vergleich zu 52 Aufträgen im Zeitraum vom dritten Quartal 2022 bis zum zweiten Quartal 2023. Das Personalreferat ist überzeugt, dass die geforderte Einsparung von einer Million Euro jährlich erreicht wird.

Interne Prüfung externer Beratung

Der Stadtrat hat mit der Vergrößerung von "consult.in.M." verknüpft, dass Referate den Wunsch nach externen Beratern erst vom Personalreferat prüfen lassen müssen. Die Bilanz zeigt jedoch: 26 Anfragen wurden 26 Mal freigegeben. Einer der Beratungsaufträge von "consult.in.M." im Jahr 2025 war die Zusammenarbeit mit den Sparberatern der "PD".

Politische Kontroverse und Wahlkampf

Linken-Fraktionschef Stefan Jagel kritisiert scharf, dass Grün-Rot die Sparvorschläge nicht vor der Wahl öffentlich gemacht hat: "Es sei 'ein echter Skandal', dass Grün-Rot die Sparvorschläge nicht vor der Wahl öffentlich gemacht hat. So droht nach der Wahl für viele das böse Erwachen." Die Diskussion um die Sparvorschläge und die hohen Beraterkosten wird die Münchner Kommunalpolitik auch nach der Wahl weiter beschäftigen.

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